Hugo Egon Balder zieht es an die Alster

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Hugo Egon Balder liebt Hamburg. Insbesondere die Stadtteile rund um die Alster Foto: Hanke
 
Hugo Egon Balder in der Komödie „Aufguss“ Foto: Oliver Fantitsch

Der 66-jährige Schauspieler, Musiker, Moderator und TV-Produzent spielt derzeit im Winterhuder Fährhaus

Von Christian Hanke
Winterhude
Hugo Egon Balder, bekannt geworden als Fernsehmoderator („Tutti frutti“) zieht’s nach Hamburg. Der gebürtige Berliner liebt die Stadt, ist hier Teilhaber der Musikkneipe Zwick 2 am Millerntor. „Hamburg ist mir ans Herz gewachsen. Ich begeistere mich für die Stadt, seit ich mit 16 im Top Ten gespielt habe. Wenn meine Kinder groß sind, bin ich in Hamburg“, verriet der 66-jährige Schauspieler, Musiker, Moderator und Fernsehproduzent dem Wochenblatt.
Derzeit steht er auf der Bühne des Winterhuder Fährhauses, spielt in der Verwechslungskomödie „Aufguss“ von René Heinersdorff (läuft noch bis 11. September) den Waschmittelhersteller Dieter, der in einem Wellnesshotel mit manchen Irritationen zu kämpfen hat. Behalten die Schauspielerda immer den Überblick über die verwickelte Handlung? „Ja, immer. Das ist kein Problem. Wir haben das Stück schon über 350 mal gespielt und wir sind schließlich Profis“, und es macht immer noch Spaß. „Es ist ja jeden Abend ein anderes Publikum“, so Balder, der zum dritten Mal in einer Komödie von René Heinersdorff spielt. Der Schauspieler, Regisseur und Intendant von drei Theatern hat großen Anteil daran, dass Hugo Egon Balder, der in jungen Jahren eine Schauspielausbildung absolvierte, wieder Theater spielt. „Wir verstehen uns großartig, haben dieselbe Art von Humor. In die Komödie „Aufguss“ sind Geschichten von ihm und von mir eingeflossen“, erzählt Balder, der sich aber auch aus einem ganz praktischen Grund wieder der Bühne zugewandt hat. „Theater kann man auch noch mit 85 spielen. Gerade die alten Rollen sind reizvoll. Ich habe beschlossen, das jetzt die nächsten 40 Jahre zu machen.“

Erst Student dann Schauspieler


In den vergangenen 40 Jahren und noch länger war der gebürtige Berliner in den unterschiedlichsten Bereichen aktiv. Angefangen hat er im Alter von vier Jahren mit Klavierunterricht. „Meine Eltern wollten das. Ich hatte musikalisch zu sein. 1954 gab es einen Test für die Musikalität von Kindern. Darum bekam ich Klavierunterricht. Dafür bin ich meinen Eltern sehr dankbar, denn Musik wurde meine größte Leidenschaft. Ohne Musik kann ich nicht existieren“, erzählt der TV-Moderator, der 1967/68 als Schlagzeuger in der von ihm mitgegründeten Band „Birth Control“ spielte. Dann absolvierte er eine Schauspielausbildung, nachdem er ein Kunst- und Grafikstudium abgebrochen hatte. „Ich wußte nicht, was ich machen sollte. Da hat mich ein Schulkamerad zum Schauspielunterricht überredet. Ich hatte das nie vor“, erzählt Tausendsassa Balder, der dann sechs Jahre am Schillertheater in Berlin spielte. Anschließend war er Hörfunkmoderator bei Radio Luxemburg, wirkte in TV-Shows mit, war Mitglied des Düsseldorfer Kabaretts „Kom(m)ödchen“ und sang Schlager. Populär machten ihn die RTL-Fernsehshows „Alles nichts oder?!“ und vor allem „Tutti Frutti“. „Man muss sich selbst ausreizen. Ich bin ein Freund des Spruchs von Jacky Dreksel (TV-Produzent, Autor, Musiker): Das kann ich nicht, das mach ich mal“, erläutert Balder seine vielen Tätigkeiten. Dabei kam der Antrieb weniger von ihm selbst: „Andere haben immer gesagt: Mach mal“, erzählt der umtriebige Künstler und Moderator, der schließlich selbst TV-Shows produzierte, unter anderem die Comedy-Show „Samstag nacht“.
Inzwischen ist Balder, der auch als Regisseur tätig war und Hörbücher besprach, nicht nur zur Schauspielerei zurückgekehrt. Er spielt auch wieder Musik – in Hamburg, im Zwick 2 am Millerntor, dessen Teilhaber er ist. Allerdings kein Schlagzeug mehr. Man hört ihn jetzt am Keyboard. Hamburg wird in einigen Jahren seine Heimat sein. Von seiner vierten Ehefrau hat er zwei halbwüchsige Kinder, mit denen er derzeit in Köln lebt. Aber eine Wohnung in Hamburg hat er schon. In den nächsten zwei Jahren wird er sie kaum brauchen, denn er ist ausgebucht. Mit „Aufguss“, das noch bis 2018 überall in der Republik gespielt wird. Für Hugo Egon Balder eine große Freude. „Diese Art von Theater ist mein Schwerpunkt. Man weiß sofort, woran man ist. Wenn das Publikum nicht lacht, war ich nicht gut.“ (ch)

Aufguss: Komödie Winterhuder Fährhaus

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