HVV-Fahrschein? Kauft das Handy

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Bei dem Projekt „Check-in/Be-out“ loggen sich Fahrgäste beim Einsteigen in Bus oder Bahn ein. Das Verlassen registriert das Smartphone von selbst. Am Ende des Tages empfiehlt die App den günstigsten Preis Foto: mdt

App registriert Fahrtzeiten und löst passendes Ticket. Hamburger Verkehrsverbund kündigt Preiserhöhung an

Marco Dittmer
Hamburg
Jeder kennt die Schlangen vor den Fahrscheinautomaten an Hamburgs Bahnhöfen. Vor allem Gelegenheitsfahrer oder Touristen brauchen Zeit, um sich durch den Tarifdschungel aus Zeitkarten, Abos und Aktionstickets zu kämpfen. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) will mit einem neuen Ticketsystem seinen Kunden nun nicht nur bei der Wahl des günstigsten Tickets helfen, mit „Check-in/Be-out“ wird dem Fahrenden die Entscheidung sogar abgenommen. „Dieses revolutionäre System wird vor allem Reisenden helfen, die auf ihrem Weg mehrmals umsteigen müssen“, sagt Rainer Vohl, Sprecher des HVV, dem mehr als 30 Verkehrsbetriebe in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen angehören.

Testbetrieb Anfang nächsten Jahres

Bis spätestens Anfang nächsten Jahres soll der Testbetrieb, an dem Hochbahn, S-Bahn, VHH, Metronom und DB-Regio teilnehmen, beginnen. Fahrgäste sollen sich künftig in Bussen und Bahnen mit dem Smartphone einchecken, das Verlassen des Fahrzeugs wird vom Handy automatisch registriert. Am Ende des Tages soll die Smartphone-App ermitteln, ob beispielsweise eine Tageskarte oder zwei Einzelfahrscheine die günstigere Variante sind. „Das Projekt ‚Check-in/Be-out‘ wird unser Angebot erweitern. Fahrgäste werden aber auch in Zukunft noch einen Papierfahrschein vom Busfahrer bekommen“, sagt Vohl.

Zahl der Kunden steigt stetig

Auch Abonnenten sollen bald ihre Wertmarke aus Papier abgeben. Mit der neuen HVV-Card, eine Plastikkarte, die sukzessive an alle Abonnenten verteilt wird, können Fahrgäste Fahrscheine von Einzel- bis hin zu Monatskarten am Automaten kaufen. Auch das eigene Abo ist auf dem Lichtbildausweis gespeichert. Im Hamburger Hafen und in Billbrook können Kunden bald einen Bus bestellen. Das Angebot richtet sich an Mitarbeiter von Unternehmen. Auf einer neuen Plattform sollen sie einen Kleinbus bestellen können, der sie innerhalb des HVV-Netzes an ihr Ziel bringt. Mit den Projekten wollen die Verkehrsunternehmen den gestiegenen Fahrgastzahlen begegnen und das Netz flexibler machen. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der HVV-Fahrgäste um 19,5 auf 770,5 Millionen Kunden an. Auch die Ticketeinnahmen stiegen um 36 auf 825 Millionen Euro. Gleichwohl hat der HVV eine Preiserhöhung zum 1. Januar 2018 angekündigt.

Weitere Infos: Hamburger Verkehrsverbund
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