„Ich erarbeite mir jeden Tag neue Problemstellungen“

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Harald Rösler wird das Bezirksamt Hamburg-Nord in den nächsten sechs Jahren leiten.Fotos: Hanke (1), pi
 
Handlungsbedarf: Projekt Hebebrandquartier.. Foto: Haas/pi

Harald Rösler wird neuer Bezirksamtsleiter für den Bezirk Nord

Hamburg-Nord. Harald Rösler wird im August zum neuen Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Nord gewählt.
Das ist nach dem deutlichen Votum von SPD und FDP für den langjährigen Stellvertreter des Bezirksamtsleiters eine klare Sache. Für Harald Rösler, so könnte man denken, keine große Umstellung.
Denn seit Mitte Januar, seit der Berufung seines Vorgängers Wolfgang Kopitzsch zum Hamburger Polizeipräsidenten, leitet Rösler bereits das Bezirksamt.
Mal wieder, denn schon zweimal zuvor musste der zweite Mann von Hamburg-Nord dieser Behörde vorstehen, weil seine Chefs vorzeitig ihren Posten aufgaben. Und doch ist jetzt vieles anders für Harald Rösler. „Ich erarbeite mir jeden Tag neue Problemstellungen“, erzählt der erfahrene Verwaltungsmann, der als stellvertretender Amtsleiter der Intendant, der Manager des Bezirksamtes war, vom Schreibtisch aus Verwaltungsabläufe überwachte und erneuerte. Nun ist er viel im Bezirk Hamburg-Nord unterwegs, besucht die verschiedenen Einrichtungen, macht sich ein Bild vor Ort. „Ich werde immer hingehen, mir angucken, worum es geht, wenn es irgendwo ein Problem gibt oder etwas in der Diskussion ist“, kündigte Rösler an. Sein Fahrer freut sich schon jetzt. Er ist in eine höhere Gehaltsklasse aufgestiegen, - weil er viel mehr fährt als vorher.
Es gibt viel zu tun
Die Grundlage seiner Arbeit, der Bezirk Hamburg-Nord, ist Rösler allerdings schon bestens bekannt. In Winterhude aufgewachsen lebte und arbeitete Rösler immer hier. Schon die Ausbildung absolvierte er in diesem Bezirksamt. Die begann 1966! Seit 1993 arbeitet Rösler als stellvertretender Amtsleiter. Diese Laufbahn, vom Auszubildenden bis zum Bezirksamtsleiter im selben Amt, dürfte in Hamburg einmalig sein. Eine bessere Voraussetzung für einen Bezirksamtsleiter kann es kaum geben. Das ist gut so, denn auch wenn der Bezirk Hamburg-Nord durch „hohe Attraktivität“ gekennzeichnet ist und weniger soziale Problemlagen aufweist als die meisten anderen Hamburger Bezirke, gibt es in den nächsten sechs Jahren viel zu tun. Wohnungsbau steht für Harald Rösler an allererster Stelle.
Da muss der neue Bezirksamtsleiter aber nur so weitermachen, wie sein Vorgänger angefangen hat.
Denn Hamburg-Nord hat sein Soll bereits übererfüllt. 900 neue Wohnungen pro Jahr lautet die Vorgabe des Senats für diesen Bezirk. 1600 wurden 2011 in Hamburg-Nord fertiggestellt. In diesem Jahr waren es bis zum 31. Mai schon 991.
Projekt Hebebrand
Das größte laufende Wohnungsbauprojekt ist das Hebebrandquartier in Winterhude an der Grenze zu Barmbek mit 1300 bis 1400 neuen Wohnungen. Im Rahmen dieses Projekts kann der Bezirk Hamburg-Nord sogar Lösungen von allgemeiner Bedeutung erarbeiten. Den neuen Wohnungen müssen Kleingärten weichen. Dabei stellt sich für Harald Rösler die Frage, ob Naturerlebnisse für Städter unbedingt im Kleingarten stattfinden müssen. Verständnis für die teilweise jahrelangen Besitzstände der Kleingärtner hat er aber auch. „Wir können in diesem Konflikt musterhaft zeigen, wie wir künftig mit Kleingärtnern umgehen“, weist Rösler auf spannende Diskussionen hin.
Weitere Bauvorhaben von zentraler Bedeutung sieht Rösler am Barmbeker Bahnhof, in der Dieselstraße in Barmbek, wo die Oper ihren Fundus aufgibt, und dort, wo er arbeitet, im Bezirksamt an der Kümmellstraße. Hier könnte ein neues Bezirksamt auf weniger Fläche entstehen, das dann Platz für neue Wohnungen schaffen würde. Auch die benachbarte Grundschule St. Nikolai könnte entsprechend umgebaut werden. Im Dauerproblem Parkdruck in innerstädtischen Stadtteilen setzt Rösler auf bessere Angebote des öffentlichen Nahverkehrs und Radverkehrs und dessen Verknüpfungen. Mit der Hamburger Hochbahn laufen Verhandlungen über einen Fahrrad-Service an U-Bahnhöfen.
„Ein Parkhaus nach dem anderen ist keine Lösung“, findet der neue Bezirksamtsleiter. Bitte lesen Sie in kommender Ausgabe weiter.
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