Idylle in Gefahr!

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Diese grüne Idylle zwischen den Wohnstiften der Martin-und-Clara-Heimann- und der Senator-Erich-Soltow-Stiftung soll zugebaut werden, wenn es nach den Plänen von Investoren geht, die sich für das Gelände interessierenFoto: Hanke

Grüne Bezirkspolitiker beantragen öffentliche Anhörung zur Lage der Wohnstifte

Hoheluft. Zwei Vorstände von Altenstiften in Hoheluft-Ost beabsichtigen die Grundstücke, auf dem sich die Stiftsgebäude befinden, an die Stadt, die in beiden Fällen Eigentümer ist, zurückzugeben, weil sie sich nicht mehr in der Lage sehen, notwendige Sanierungen durchzuführen. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen in neue Stiftsgebäude am Grandweg in Lokstedt umgesiedelt werden. Die meisten sind mit diesen Pläne aber nicht einverstanden. Sie wollen lieber in der gewohnten Umgebung bleiben. Schon vor zwei Jahren informierte der Vorstand der Martin-und-Clara-Heimann-Stiftung über diese Absichten. Pläne für den Umbau der alten Stiftsgebäude an Martini- und Löwenstraße gab es bereits, ebenso für prunkvolle Neubauten in der Mitte des von drei Stiftsgebäuden u-förmig umgebenen Geländes zwischen Martini-, Löwen- und Breitenfelder Straße, einer idyllischen Grünfläche mit altem Baumbestand. Die Kommunalpolitik in Hamburg-Nord reagierte bis dato achselzuckend auf diese umwälzenden Pläne. Nach dem Motto: „In die Besitzverhältnisse auf dem Stiftsgelände können wir nicht eingreifen.“ Das stimmt zwar, aber jetzt verhalten können sich die Politiker der Grünen zu diesen Plänen trotzdem. In der letzten Bezirksversammlung Hamburg-Nord beantragten sie, eine öffentliche Anhörung zur Lage der Wohnstifte in Hamburg-Nord durchzuführen. Die Grünen möchten „die Zukunftsperspektiven dieser Einrichtungen und die daraus zu ziehenden stadtentwicklungspolitischen Konsequenzen“ erörtert wissen. Ulrike Sparr von der Grünen-Bezirksfraktion macht sich Sorgen: „In letzter Zeit war über mehrere Stiftungen zu hören, dass diese in einer angespannten wirtschaftlichen Lage seien. Auch haben bereits Stiftungen Eigentum verkauft. Aus stadtenwicklungspolitischer Sicht gibt dies Anlass zur Sorge, denn Ziel sollte es sein, die Stiftsquartiere mit ihren günstigen Mietwohnungen zu erhalten.“ Eine Anfrage der Grünen bei der zuständigen Fachbehörde ergab, das diese nur unzureichend über die wirtschaftliche Situation der Stiftungen informiert ist. An einer nun geforderten Anhörung sollten Mitglieder der Stiftungsvorstände und Vertreter der Justizbehörde, der die Rechtsaufsicht über die Stifte obliegt, sowie der Mieterbeirat teilnehmen. Derweil werden die Planungen zur Umwandlung der Stifte in frei vermietbare Wohnungen „intensiv vorangetrieben“. Es werden „Kosten kalkuliert und Finanzierungen geprüft“, so die Finanzbehörde. Bis Ende Juli 2014 sind die Grundstücke „anhand gegeben“. Solange können die interessierten Investoren ihre Erfolgschancen prüfen. (ch)
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