Illustre Gäste beim Montagstreff

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Gertrud Bunsen hat den Montagstreff mitbegründet. Sie hat außerdem sieben Bücher über Pöseldorf geschriebenFoto: Hanke

Geschichte und Geschichten: Senioren treffen sich seit einem Jahrzehnt

Hamburg. Sie treffen sich seit zehn Jahren, die Seniorinnen und Senioren vom Montagstreff. Jeden Montag um 15 Uhr kommen sie im Gemeindesaal von St. Johannis/Harvestehude zusammen, um den Worten von Menschen zu lauschen, die etwas zu erzählen haben, Referenten, die ihr Wissen ausbreiten oder aus dem Stadtteil berichten, insbesondere aus früheren Zeiten. „Im Laufe der Jahre haben sich viele Freundschaften gebildet. Menschen, die sich hier getroffen haben, kümmern sich jetzt um einander“, erzählt Gertrud Bunsen, die den Montagstreff mitbegründet hat. Die 92-jährige, die rund 60 Jahre am Mittelweg wohnte, hat mit ihren Büchern über Pöseldorf viel zum Programm beigetragen.

Zu Beginn Erzählcafé

Der Anlass für die Gründung des Seniorentreffs war der Bau des Stilke-Hauses hinter dem Gemeindehaus von St. Johannis, dessen Saal im Erdgeschoss für ältere Menschen vorgesehen war. Karin Stilke, Fotomodell der 1930-er Jahre und Ehefrau des erfolgreichen Besitzers der Bahnhofskioske, hatte das Haus gestiftet, auch um eine Senioreneinrichtung zu schaffen. Drei Damen aus der Gemeinde, Margarete von Klingspor, Hildegard Scheurembrand und Dr. Ella Cramer, nahmen sich der Sache an und gründeten ein Erzählcafé. Die Idee: die Teilnehmer erzählen ihre Lebensgeschichten. Zum ersten Treffen am 6. Oktober 2003 erschienen bereits 17 ältere Menschen. Stetig wurden es mehr und die Lebensgeschichten reichten nicht mehr aus, um das Programm zu füllen. Die Stammgäste sprachen Freunde und Bekannte an, von denen viele nicht unbekannt waren.
So hält der frühere Direktor des Museums für Kunst und Gewerbe, Professor Dr. Wilhelm Hornbostel, im Montagstreff regelmäßig Vorträge. Der frühere Probst, Professor Dr. Wilhelm Lehmann, und auch Musiker Gottfried Böttger schauten schon vorbei. Große Beachtung finden außerdem die Berichte von älteren Menschen aus dem Stadtteil, die von früheren Zeiten erzählen. Das Spektrum der Darbietungen ist groß im Montagstreff.

Jeden Montag bis zu 40 Besucher

Seit 2008, als der Treff ins Gemeindehaus umziehen musste, weil das Stilke-Haus der Kindertagesstätte angegliedert wurde, werden auch viermal im Jahr Konzerte veranstaltet, zu dem die Bewohner des benachbarten Hauses St. Johannis geladen werden. 30 bis 40 Teilnehmer treffen sich in der Regel an jedem Montag um 15 Uhr, um sich bei Kaffee, Tee, Keksen und Kuchen einen Gast zu begrüßen, der etwas zu erzählen hat. Einmal im Monat wird gesungen. Pastor Matthias Hartenstein stimmt Volkslieder und Melodien zu den Jahreszeiten an. Man feiert auch zusammen Feste und unternimmt Ausfahrten. Heute organisiert Eva Wohl die erfolgreiche Veranstaltung.
Gertrud Bunsen ist eine von zehn Teilnehmerinnen der ersten Stunde. Die 92-jährige wird dem Montagstreff auch weiter treu bleiben. Und vielleicht schreibt sie noch ein Buch über Pöseldorf. Es wäre das achte. (ch)
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