Im Airport auf Kurs

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Susanne Kurs (51) verhilft Passagierin Ingrid Ludewig zu einem mühelosen Abflug Foto: wb

Flughafensanitäter helfen – ein Eppendorfer leitet die Station

Eppendorf/Fuhlsbüttel „Nach dem Pre-Boarding bin ich mit dem Rolli wieder einsatzbereit“, meldet Susanne Kurs in ihr Funkgerät. Gerade hat sie vier Passagiere mit Handicap an Bord eines Flugzeugs nach Gran Canaria gebracht. Nun wartet ein älterer Reisender in Terminal 1 darauf, von Susanne Kurs mit dem Rollstuhl zu seinem Flug nach Amsterdam begleitet zu werden. Seit Januar betreut die 51-jährige in der Flughafensanitätsstation des Deutschen Roten Kreuzes Passagiere mit Handicap. Stations-Leiter Frank Kohlstädt hat sich ganz bewusst darum bemüht, Mitarbeiter im Alter von Susanne Kurs zu gewinnen. Dem Eppendorfer fiel auf, dass viele ältere Menschen, die nach einer Pause wieder ins Berufsleben einsteigen wollten, Hemmungen hatten, sich zu bewerben. Dabei ist für Kohlstädt das Alter von Vorteil: „Die wissen, was Arbeit ist und wie das Leben funktioniert. Und sie kommen mit den älteren Fluggästen sehr gut zurecht“, hat der 46-jährige beobachtet. Für Susanne Kurs, Mutter von vier Söhnen zwischen 13 und 26 Jahren ist der Minijob am Flughafen ein Glücksfall: „Der Schichtdienst lässt sich super mit dem Familienleben vereinbaren. Die Arbeit ist sinnvoll und der Arbeitsplatz hat Flair“, schwärmt die gelernte Einzelhandelskauffrau, während sie Ingrid Ludewig aus Buxtehude im Rollstuhl an der Warteschlange vorbei durch die Sicherheitskontrolle schiebt.

Soziale Kompetenz


Passagiere mit Handicap werden bevorzugt abgefertigt und zuerst an Bord gelassen. 25 bis 30 Kilometer läuft Susanne Kurs pro Schicht über das Flughafengelände. „Das ist mein Fitness-Programm“, lacht sie. „Aber am Anfang war die Orientierung ganz schön schwer“, erinnert sie sich, während sie ihre Schützlinge am Abflug-Gate im Blick hat. „Die Team-Arbeit macht Spaß und obwohl ich eine der ältesten bin, wurde ich gut aufgenommen.“ Für die Betreuung von Passagieren mit Handicap ist für Frank Kohlstädt nicht die berufliche Vorbildung sondern soziale Kompetenz wichtig. „Und Englisch als Sprache des Flugverkehrs muss sein.“
Susanne Kurs hat ihre „Romeos“ – so der interne Code für Gäste im Rollstuhl, die selbständig zu ihren Sitzen gehen können – sicher an Bord gebracht und macht sich bereit für den nächsten Einsatz. „Letztens habe ich Mike Krüger am Gate gesehen und das meinen Kollegen erzählt. Die haben mich nur groß angeguckt – keiner von den Jungen kannte den. Da merke ich dann doch, dass ich älter bin“, lacht sie und verschwindet im Terminal. (flü)
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