Insel-Streit am Mühlenkamp wird härter

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Kreuzung Mühlenkamp Ecke Gertigstraße: Der Kunststoffpoller wurde durch einen stabilen Stahlpfeiler ersetzt Foto: mdt

Stahl-Poller: „Erziehungsmaßnahme“ oder Schikane? Polizei mit brisanten Zahlen zu Linksabbiegern

Von Marco Dittmer
Winterhude
Im Streit um die Verkehrsinseln an der Kreuzung Mühlenkamp Ecke Gertigstraße verhärten sich die Fronten – und nun auch Pfeiler. Seit ein paar Wochen steht an der Einmündung in die Gertigstraße nämlich kein Kunststoffpoller mehr, sondern ein stabiler Stahlpfeiler – längst ist er zum Poller des Anstoßes geworden. Die Polizei nennt es „Erziehungsmaßahme“. „Reine Schikane“, sagt dagegen CDU-Politiker Bernd Kroll. Neues Kapitel im Insel-Streit: Ein unbeweglicher Pfosten verärgert Anwohner und Autofahrer am Mühlenkamp. Denn während sein flexibler Vorgänger bei einer Berührung mit dem Auto – an der Stelle ignorieren viele Autofahrer das vorherrschende Linksabbiegeverbot – höchstens eine orangefarbene Farbspur auf der Stoßstange hinterließ, entsteht nun ein deutlich größerer Schaden. Spuren am Poller lassen erahnen, dass es hier häufig zu solchen Berührungen kommt. Aus dem Polizeikommissariat (PK) 33 in Winterhude heißt es, dass der Stahlpoller eine „erzieherische Maßnahme für die Autofahrer“ sei, außerdem versprach man sich deutlich geringere Reparaturkosten. Wie falsch die Planer aus der Verkehrsbehörde und des PK 33 damit lagen, gibt nun der Senat auf Anfrage von Dennis Thering, CDU, selbst bekannt. Demnach zählte die Polizei seit dem Einbau Ende August bereits neun Unfälle, sieben Mal musste der Poller anschließend repariert werden. Die Poller am Mühlenkamp sollen das Linksabbiegen in die Gertigstraße verhindern. Anwohner und Gewerbetreibende ignorieren aber laut Polizei das Verbot weitgehend. Das zeigt auch ein Schwerpunkt-einsatz der Polizei wenige Wochen zuvor. Die Beamten zählten in rund drei Stunden 37 Verstöße. Die Zahl ist brisant, denn die Anzahl der illegalen Linksabbieger ist auch Bestandteil der Einigung zwischen Senat und der Initiative „Stopp des Busbeschleunigungsprogramms“. Von ihr hängt ab, ob die provisorischen Trenninseln auf der Kreuzung zurückgebaut werden. Zwei von der Verkehrsbehörde angeordnete Zählungen am 24. März und am 14. April, die Aufschluss über Linksabbieger und Verkehrsströme geben sollen, wurden bisher nicht veröffentlicht, obwohl die Behörde bereits im Juni Ergebnisse für Oktober ankündigte. Auch der Grund der Verzögerung ist undurchsichtig: „Die Verkehrszählung erfolgte auf Grundlage eines Rahmenvertrages und ist noch nicht abgerechnet“, heißt es in einer Senatsantwort.
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Mona Schmidt aus Winterhude | 09.11.2016 | 14:01  
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