Joggende Community

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Michael Brügmann neben einer seiner Zeitmess-Stationen beim Alster-Anleger Rabenstraße. Fotos: Hanke

Alster-Running: Michael Brügmann entwarf und installierte Zeitmess-Stationen

Bezirk. Laufen um die Außenalster, das ist zu allen Jahreszeiten eine der sportlichen Lieblingsbeschäftigungen in Hamburg. Viele der eifrigen Joggerinnen und Jogger laufen gezielt, um sich zu verbessern, möchten daher wissen, wie schnell sie sind. Kein Problem mit Alster-Running. Software-Entwickler Michael Brügmann aus Rotherbaum hat unter diesem Namen sechs Messstationen rund um die Außenalster installiert, die registrieren, wann die bei Alster-Running angemeldeten Läuferinnen und Läufer vorbeijoggen. Die haben nämlich einen Chip am Schuh, den sie bei Alster-Running für 28 Euro erworben haben. Dieser Chip sendet die Nummer des Läufers an die Station, die beim Vorbeilauf der Alster Runner einmal grün aufleuchtet. Ein Server sammelt die Uhrzeiten des Vorbeilaufens an den Stationen, bringt sie in eine Reihenfolge und rechnet den Läuferinnen und Läufern die Zeiten ihrer Läufe aus, unabhängig von der Länge der Strecke und des Standortes, an dem die Laufbegeisterten begonnen haben. Auf der Internetseite von Alster Running können die Joggerinnen und Jogger dann nachlesen, wie schnell sie an der Alster oder um sie herum geflitzt sind. Wer sich outen möchte, kann sich außerdem mit seinen Zeiten, mit Namen und Foto auf der Seite verewigen. Es gibt eine Top Ten und andere Listen über die besten Läufer, die eine, zwei oder gar drei Runden (Halbmarathon) um die Außenalster zurückgelegt haben. Man kann auch mit anderen Läufern kommunizieren, sich über die Zeiten austauschen oder über Laufgewohnheiten fachsimpeln, Freunde hinzufügen und alles, was ein soziales Netzwerk so gewöhnlich bietet. „Es ist schon eine kleine Lauf-Community entstanden“, freut sich Michael Brügmann. 600 haben sich bisher bei ihm angemeldet. Kürzlich trafen sich 25 von ihnen zum ersten Mal persönlich bei einem von Brügmann organisierten Weihnachtslauf. Natürlich an der Alster. „Da gab´s das große Wiedererkennen. Die meisten kannten sich ja bisher nur über die Internetseite mit Namen oder bestimmten Erkennungszeichen.
Das hat viel Spaß gemacht. Im Sommer werden wir diesen Lauf wiederholen“, verspricht Michael Brügmann, der nicht nur die Idee für Alster-Runnning hatte, sondern auch die Umsetzung weitgehend selbstständig bewerkstelligte. So hat der studierte Elektrotechniker die sechs Mess-Stationen selbst aus Teilen angefertigt, die er sich vorher zusammengesucht hatte.
Um Strom zu sparen, fragte er Gastronomiebetreiber an der Alster, die ihm gegen eine Erwähnung auf der Internetseite von Alster Running die Energie zur Verfügung stellten. Die Stadt unterstützte den findigen Lauffreund, indem sie Platz in den Alstergrünanlagen für die MessStationen zur Verfügung stellte. Eine gewisse Größe durften die Stationen allerdings nicht übersteigen, um die Grünanlagen nicht zu verschandeln.
So fallen die kleinen grauen Kästen zwar nicht auf, aber sie erfüllen ihren Zweck: Sie geben grünes Licht für zeitbewusste Alsterläuferinnen und -läufer. (ch)
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