Jubel um Eppendorfer Hochzeitskirche

Wann? 12.02.2017 bis 13.02.2017

Wo? Ludolfstraße 66, Ludolfstraße 66, 20249 Hamburg DE
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Pastor Martin Hoerschelmann vor alten Feldsteinen des Turms, dem ältesten Teil der Johanniskirche, womöglich sogar aus dem 9. Jahrhundert Foto: Hanke
 
Die Johanniskirche feiert in diesem Jahr 750. Jubiläum – obwohl sie eigentlich schon älter ist Foto: Hanke
Hamburg: Ludolfstraße 66 |

750 Jahre St. Johannis: Ältestes Dokument stammt von 1267

Von Christian Hanke
Eppendorf
Was für ein Jubiläum: 750 Jahre – das kann kein anderes Gebäude in Hamburg feiern, denn die Eppendorfer Johanniskirche, wegen der zahlreichen Trauungen (rund 70 im Jahr) auch als Hochzeitskirche bekannt, ist das älteste oberirdische Gebäude der Stadt. Auch wenn nur noch Teile der heutigen Kirche so alt sind, nämlich die Feldsteine des Turmes. Das 750. Jubiläum der Johanniskirchengemeinde durchzieht in drei Teilen das ganze Jahr und beginnt am nächsten Wochenende. Es ist das eigentliche Jubiläum, denn vom 11. Februar 1267 datiert das älteste erhalten gebliebene Dokument, in dem St. Johannis erwähnt wird.

750. Jubiläum

Am Jubiläumstag, Sonnabend, 11. Februar, werden die Kinder im Krabbel- und Kleinkindalter geladen. Von 10 bis 13 Uhr ist Kinder-Bibel-Tag mit Jubiläums-Familien-Andacht und einem bunten Kinderprogramm im Alten Pastorat, Ludolfstraße 66: Singen, Spielen, Kreatives, Mittagessen, Plätzchen. Mit Glück ist noch ein Platz für 5 Euro frei (Infos unter Telefon 460 090 46, Pastor Hoerschelmann). Am Sonntag, 12. Februar, wird um 10 Uhr ein Kantaten-Gottesdienst mit Musik von Johann Sebastian Bach abgehalten. Es predigt Probst Martin Vetter. An den nächsten Tagen folgen ein Jugendgottesdienst (15.2., 19 Uhr), ein Konzertabend mit dem Liedermacher Manfred Siebald (18.2., 18 Uhr), ein „christlicher Reinhard Mey“, so Pastor Hoerschelmann, und ein Gottesdienst mit Pfarrer Christian Schaube von der Familienkommunität Siloah in Thüringen (19.2., 10 Uhr). Zu Pfingsten und im November wird weiter gefeiert. Viele Gäste werden erwartet, denn Gottesdienste sind in der Johanniskirche meistens gut besucht. Nicht nur Eppendorfer besuchen ihre älteste Kirche regelmäßig. „Es kommen viele Besucher über Eppendorf hinaus“, berichtet Pastor Martin Hoerschelmann, seit zwölf Jahren einer der beiden Seelsorger an Hamburgs ältester Kirche.

Verein fördert Pastorenstelle

Dass überhaupt noch zwei Pastoren an St. Johannis predigen, ist dem Verein zur Förderung von Verkündigung und Seelsorge zu verdanken, dessen einziger Zweck darin besteht, eine zweite volle Pastorenstelle dort zu finanzieren. Die Anzahl der Gemeindeglieder lässt nur eineinhalb Pfarrstellen zu. Denn auch ein beliebtes Gotteshaus wie St. Johannis kämpft gegen Mitgliederschwund. Dabei wird die Gemeindearbeit dort nicht nur von Tradition, sondern auch starker Jugendarbeit
geprägt. „An der Tradition orientieren, sie weiter pflegen und gleichzeitig zukunftsfähig sein“, so beschreibt Martin Hoerschelmann das Selbstverständnis von St. Johannis / Eppendorf. Das Angebot für Kinder und Jugendliche kann sich sehen lassen: Eine Spielgruppe für Kinder ab eineinhalb Jahren, Gottesdienste für ältere Kinder und für Jugendliche, der Jugendkreis „Fireabend“ und die Kita Baumhaus auf der Anscharhöhe. Glaubensseminare für Jugendliche werden gut besucht.

Tradition ist sichtbar

Die Tradition ist in jedem Gottesdienst sichtbar. Die Pastoren von St. Johannis tragen wie ihre Vorgänger Alben, den weißen Talar, der an die katholische Kirche erinnert. Die Liturgie hat hier einen besonderen Stellenwert. Das passt in ein altes Gotteshaus wie die Johanniskirche, die mit Sicherheit älter als 750 Jahre ist. In dem ältesten vorhandenen Dokument von 1267 geht es um einen Rechtsstreit, nicht um die Gründung. In der neuesten, jetzt vorliegenden Chronik der Kirche von Dr. Veronika Janssen vermutet die Verfasserin aufgrund der Bauart des alten Feldsteinturms, dass die Kirche schon in karolingischer Zeit im neunten Jahrhundert gebaut sein könnte. Der Kirchturm könnte ursprünglich ein Wehrturm am Übergang über die Alster gewesen sein. Gesichert ist, dass das heutige Kirchenschiff 1622 erbaut und der Turm 1751 mit Backstein ummantelt wurde. 1902/03 wurde die ursprüngliche Holzbalkendecke der Kirche durch ein Tonnengewölbe ersetzt. 1984 erfuhr der Altarraum eine Neugestaltung, in dem seit 1989 ein neuer Altar steht. Doch obwohl vieles im Laufe der Jahrhunderte umgebaut und erneuert wurde, erinnert die Johanniskirche unverändert an eine alte Dorfkirche. Mitten in der Stadt.
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