Jugendstilhaus droht der Verfall

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Jugendstilhaus in der Papenhuder Straße 23 steht seit Jahren teilweise leer Foto: Flüß

Ladenfläche in der Papenhuder Straße 23 steht seit Jahren leer

Winterhude/Uhlenhorst „Seit vielen Jahren beobachte ich, dass im ehemaligen Weinladen Claussen in der Papenhuder Straße 23 nichts geschieht. Die Schaufenster sind verhängt, das gesamte Haus scheint aufgegeben zu werden. Dabei ist es schönster Jugendstil. Wieso duldet die Behörde das? Was wird da geschehen? Ein Abriss?“ Die Uhlenhorsterin Gabriele Heise macht sich Sorgen um das Jugendstilgebäude aus den Jahren 1890/91, das eine bauliche Einheit mit dem Nachbargebäude Hartwicusstraße 6 bildet und unter Denkmalschutz steht.
Seit mindestens fünf Jahren würde die ehemalige Weinhandlung leer stehen. Auch die Scheiben eines Erkers sind abgeklebt, ein etwaiger Wohnraumleerstand ist von der Straße aus zu erahnen, aber nicht mit definitiver Sicherheit erkennbar.
Auf ihre Anfrage an die Abteilung Wohnraumschutz des Bezirks Nord hat Gabriele Heise bisher keine Antwort erhalten. Am Zustand des Gebäudes dürfte sich in absehbarer Zeit nichts ändern: „Dem Bauamt sind keine baugenehmigungspflichtigen Sanierungsarbeiten bekannt“, so Katja Glahn, Pressesprecherin des Bezirksamtes Nord. „Der letzte Vorgang liegt schon einige Jahre zurück. Die Bauprüfung würde beispielsweise einschreiten bei Gefahr für die Bewohner des Hauses. Eine Fassadensanierung müsste der Eigentümer mit dem Denkmalschutzamt abklären.“ Laut Denkmalschutzamt wurde das Haus im Jahr 2005 als Denkmal eingetragen und der Eigentümer darüber informiert. „Über den Zustand ist uns bislang nichts bekannt“, so Jörg Seifert vom Denkmalschutzamt. „Wir sind dankbar für Hinweise.“ Wenig Personal sei für rund 18.000 Objekte verantwortlich. „Wenn Handlungsbedarf erkannt wird, kontaktieren wir den Eigentümer und fragen, ob ihm der Zustand des Hauses bewusst ist.“
Dieser sei verpflichtet, das Gebäude instand zu halten. In den meisten Fällen würde man sich gütlich einigen. Zu einer Ersatzvornahme käme es nur selten, wenn ein Eigentümer beispielsweise im Ausland nicht auffindbar ist oder seiner Verpflichtung aus anderen Gründen nicht nachkommt. Dann veranlasst das Amt die Sicherung, der Eigentümer muss die Kosten tragen. Eigentümer ist die Landschulze Grundstücksverwaltung, die insbesondere wegen zahlreicher leerstehender Wohn- und Gewerberäume im Schanzenviertel regelmäßig in den Medien präsent ist. Die Gewerbefläche werde derzeit privat genutzt, heißt es auf Anfrage. (flü)
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Rainer Stelling aus St. Georg | 06.03.2016 | 13:24  
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