„Kap1“ der guten Hoffnung

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Das „Kap 1“ feierte vor 50 Jahren Premiere als erstes Gebäude der City Nord. Jetzt will die Isaria Wohnbau investieren Foto: Haas

City Nord: Hochhaus von 1966 soll saniert werden – als Boardinghouse?

Von Waltraut Haas
City Nord
Nach einem dreijährigen Leerstand winkt jetzt auch dem „dienstältesten“ Gebäude der City Nord am Kapstadtring 1 eine neue Perspektive. Das „Kap1“ könnte als Boardinghouse genutzt werden, in dem kleine Apartments als ein „Zuhause auf Zeit“ für bis zu sechs Monate angemietet werden können: Ein Markt, der in Hamburg zunehmend nachgefragt wird. Noch sei nichts in trockenen Tüchern. Den Bauantrag habe die Münchner Isaria Wohnbau AG bereits 2015 eingereicht, teilte die Hamburger Niederlassungsleiterin Ulrike Wessel mit. „Durchaus konstruktive Gespräche“ würden derzeit mit der Bauprüfabteilung und allen beteiligten Behörden geführt – bei einer „kooperativen Grundstimmung“, sagt Ulrike Wessel und übt sich in Geduld vor dem Start: Denn die aufwändige Sanierung des denkmalgeschützen Gebäudes bietet so manche Herausforderung, die vorab im Detail geklärt werden müsse. Nicht nur angesichts neuer Energiesparverordnungen, auch bauphysikalisch bewege man sich in „spannenden Bereichen“. Nach 50 Jahren gäbe es immerhin etliche neue Erfahrungswerte und Berechnungsgrundlagen für Gebäude dieser Bauart und Größe. Etwas schmal und fast zierlich wirkt das zwölfgeschossige „Scheibenhaus“ mit seinem Stahlbetonskelett auf Stützen. Bei seiner Fertigstellung 1966 war es das erste Gebäude für die „Bürostadt im Grünen“. Erbaut wurde es für die Claudius Peters AG von den Hamburger Architekten Peter Neve und Herbert Sprotte. Damals bot es endlich Raum für die gesamte Belegschaft des aufstrebenden Unternehmens, das sich in Verfahrenstechnik für die Zement-, Kohle, Aluminium-, Gips- und Schüttgutindustrie spezialisiert hatte. Doch schon elf Jahre später verlegt das Unternehmen seine Montageabteilung nach Buxtehude, 1988 folgt dorthin auch der Hauptsitz von Claudius Peters. „Kap 1“ wird danach für 13 Jahre Sitz des Landgerichts Hamburg, die ehemaligen Großraumbüros werden dafür entsprechend umgebaut, Zellen für die Angeklagten entstehen in den Tiefgeschossen. Als um die Jahrtausendwende das Sozialgericht einzieht, beginnen umfangreiche Sanierungsarbeiten mit Austausch sämtlicher Fenster. Doch auch das Sozialgericht zog Ende 2012 aus: in die Innenstadt an den Stephansplatz. Steht das geplante Boardinghaus nicht in Konkurrenz zum Hotelbetrieb des Holiday Inn, das derzeit in unmittelbarer Nachbarschaft auf 18 Etagen gebaut wird? Die Investoren beider Projekte jedenfalls winken ab: Schließlich würden die Apartments im Boardingshouse einen ganz anderen Kundenkreis bedienen.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 09.02.2016 | 16:01  
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