Kein Durchkommen

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Alles voll rund um einen Baum in der Rappstraße. Kein Durchkommen für Müllabfuhr und Krankentransporte. Anwohner Dierk Jensen und Ronja Knauer und setzen sich für eine Zuwegung ein.Foto: Hanke
 
Besonders eng und ungemütlich wird es, wenn auch noch Müll am Straßenrand liegt.Foto: Hanke

Rappstraße ist zu eng: Anwohner fordern eine Zuwegung

Von Dr. Christian Hanke
Grindel. Die Rappstraße: Eine kleine charmante Straße mit Altbauwohnungen im Grindelviertel. Dauerhaft zugeparkt. Und auch sonst steht da sehr viel am Fahrbahnrand: Fahr- und Motorräder, Fahrradhäuser, auch Müllsäcke. Dazwischen in regelmäßigen Abständen Bäume mit der notwendigen Erde drumherum, ordentlich mit Bügeln abgesichert. Das alles so dicht an dicht, dass ein Durchkommen von der Fahrbahn zum Fußweg nur problemlos möglich ist, wenn eine Autoausfahrt den Platz dafür schafft. Auf der südlichen Seite der Rappstraße zwischen Dill- und Bornstraße gibt es keine Ausfahrt. Auf etwa 170 Metern besteht selten eine Möglichkeit von der Fahrbahn auf den Fußweg zu gelangen. Das bereitet der Müllabfuhr regelmäßig Probleme. Die Tonnen, die vor den Häusern oder in für den Müll geschaffenen Räumen stehen, können nur abtransportiert werden, wenn gerade ´mal ein Parkplatz frei ist. Schlimmer noch: auch Krankentransporte sind nur unter Schwierigkeiten zu bewerkstelligen.
„Die Mülltonnen werden deshalb manchmal über die Baumbereiche geschleift“, erzählt Anwohner Uwe Knauer. „Hier wohnt ein MS-Kranker, der nicht ausreichend versorgt werden kann“, berichtet Dierk Jensen,
ein weiterer Anwohner der Rappstraße.
Anwohner forderten deshalb das Bezirksamt Eimsbüttel bereits im vergangenen Jahr auf, eine Zuwegung von etwa ein bis 1,50 Meter Breite anzulegen. Sie waren sogar bereit die Kosten zu übernehmen. Doch das Bezirksamt tut sich schwer. „Die Straße ist ziemlich voll“, weiß auch Thomas Pröwrock, der Leiter des Management des öffentlichen Raumes im Bezirksamt Eimsbüttel. Er sieht die Probleme der Anwohner, muss sich aber an Vorschriften halten und da gibt es eine, die besagt, dass eine Zuwegung mindestens 3,10 Meter breit zu sein hat. Das würde bedeuten, dass ein Parkplatz wegfallen würde. Die Anlage einer so breiten, ordnungsgemäßen Zuwegung wird vermutlich auch nicht billig ausfallen. Schließlich fürchtet Pröwrock, dass eine Genehmigung der von den Anwohnern geforderten Zuwegung eine Flut von ähnlichen Forderungen aus vergleichbaren Straßen nach sich ziehen würde.
Die Rappstraße ist nicht die einzige Straße in den dicht bebauten Stadtteilen Hamburgs, in der Müllabfuhr und Krankentransporte Probleme bekommen können. „Es wäre eine Ermessensentscheidung, die Vorbildcharakter hätte“, gab Pröwröck im Kerngebietsschauschuss Eimsbüttel zu Bedenken. Die Anwohner verstehen diese Bedenken nicht. „Wir wollen doch nur eine kleine Zuwegung. Die muss nicht breiter als 1,50 Meter sein. Wir wollen eine kleine praktische Lösung, die wir auch noch selbst bezahlen. Da muss doch nur ein Poller aufgestellt werden“, ereifert sich Dierk Jensen.
„Es bietet sich sogar eine
Fläche für den Zuweg an. Zwischen der trapezförmigen Fläche rund um die Bäume und dem ersten Schrägparkplatz daneben bildet sich eine V-förmige Leerfläche, die man mit kleinen Änderungen für einen Zuweg erweitern kann“, schlägt Uwe Knauer vor. Warum der Vorbildcharakter einer Zuwegung in der Rappstraße Bedenken bei der Verwaltung hervorruft, können die Anwohner auch nicht verstehen. „Wir wollen doch etwas Gutes“, findet Uwe Knauer, „und das wollen andere für ihre Straßen dann auch. Das ist doch toll.“ Aber so viel Gutes kann teuer werden. Das sehen viele Abgeordnete des Kerngebietsauschusses Eimsbüttel, so wie Thomas Pröwröck. Eine
Entscheidung über die gefor-
derte Zuwegung fiel deshalb noch nicht. (ch)
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