Keine Fahrradstraße

Anzeige
„Super Idee mit der Fahrradstraße“, sagt Ersin Koray Bayraktar (43) aus Alsterdorf. „Der Leinpfad ist eine sehr schöne Strecke mit wenig Verkehrsaufkommen – aber hier wird schon mal geheizt.“ Foto: Gemeinholzer

Der Leinpfad bleibt vorerst wie er ist, trotz Veloroute 4

Von Anne Gemeinholzer
Winterhude. Der Leinpfad wird vorerst nicht zur Fahrradstraße umgebaut. Entspanntes Nebeneinander-Radeln bei nahezu autofreier Fahrbahn wird es dort so bald nicht geben, entschied der Verkehrsausschuss mit den Stimmen der SPD-/ FDP-Koalition und der CDU-Fraktion – und schmetterte damit einen Antrag der Grünen ab. Die Politiker hatten vorgeschlagen, den Leinpfad, der Teil der geplanten Veloroute 4 (Rathausmarkt - Ochsenzoll) ist, zügig als Fahrradstraße auszubauen, um damit für Radfahrer eine sichere Nord-Süd-Verbindung als Alternative zur verkehrsreichen Sierichstraße zu schaffen, wo auf der Straße geradelt werden muss.
„Wir wollen nicht, dass die ganze Straße für den Autoverkehr gesperrt wird und Parkplätze wegfallen. Der Leinpfad ist eine wichtige Straße für Autofahrer, welche die Alster besuchen oder nach Eppendorf wollen“, argumentiert Christoph Ploß, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Würde der Leinpfad zur Fahrradstraße, dürften dort nur Anlieger mit dem Auto einfahren. „Verbessern könnte man die Situation für den Radverkehr von der Ecke Hudtwalckerstraße bis Goernestraße“, räumt Ploß ein. Sonst sei gerade der Leinpfad gut für Radfahrer zu befahren.
„Wir sollten erst das bezirkliche Radverkehrskonzept abwarten, wo der Bedarf für eine solche Maßnahme ermittelt wird“, meint Jan-Tobias Behnke von der FDP. Seine Fraktion sehe im Leinpfad „keinen vordringlichen Bedarf“ für eine Fahrradstraße, da die Straße schon jetzt relativ verkehrsberuhigt sei. „Für eine solche Einzelmaßnahme, die dem Ausbau der Velorouten vorgreift, sollten wir jetzt kein Geld ausgeben“, meint der Freidemokrat.
„Vom Grundsatz her ist das eine  gute Idee. Aber wir sollten das nicht so Holter di Polter entscheiden“, sagt Jörg Lewin, Sprecher für Verkehr bei der SPD-Fraktion, die ebenfalls das Radverkehrskonzept abwarten will. „Es reicht nicht, am Leinpfad Schilder aufzustellen mit ,Fahrradstraße‘. Wenn man die Route für Radfahrer richtig attraktiv machen will, müsste man dem Radverkehr an den Knotenpunkten Vorrang geben“, so Lewin. Vor allem an der Ecke Hudtwalckerstraße müsse dann klar geregelt werden, dass Autofahrer im Leinpfad wartepflichtig sind gegenüber Radfahrern. Dadurch würden auch kleine Umbaumaßnahmen nötig. „Es braucht noch eine differenziertere Betrachtung“, meint der Stadtplaner, „die Idee Fahrradstraße ist damit aber nicht begraben.“
„Hier hätten wir für Radfahrerinnen und Radfahrer ohne viel Aufwand einen komfortablen Weg zur Arbeit schaffen können“, sagt dagegen Martin Bill, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, „Schade um die vertane Chance.“
Die Grünen hatten am Leinpfad schnell Fakten schaffen wollen. Denn die Verkehrsbehörde plant den Ausbau der gesamten Veloroute 4 erst zwischen 2014 und 2016.
Im Verkehrsausschuss hatten Behördenvertreter aber signalisiert, dass der Bezirk den Umbau einzelner Abschnitte vorziehen könne. Dafür habe die Behörde dem Bezirk Gelder in Aussicht gestellt, so Bill.(ag)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige