Kinder als Olympia-Helfer

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HSV-Vorstand Dietmar Beiersdorfer setzt sich für Olympische Spiele 2024 in Hamburg ein. Auch seine kleine Tochter könnte dann daran teilhaben Foto: Witters

HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer plant schon seinen Nachwuchs fest ein

Von Frank Heike
Winterhude
Er muss kurz nachrechnen. Aber dann kommt Dietmar Beiersdorfer schnell auf das Alter seine Tochter Carla zum Zeitpunkt möglicher Olympischer Spiele in Hamburg: „Sie wäre dann 16“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV. Und weiter: „Für mich ist es eine besonders schöne Vorstellung, dass unsere Kinder als freiwillige Helfer bei Olympischen Spielen in Hamburg dabei sein könnten. Das wäre eine prägende Erfahrung für sie.“
Wie viele andere prominente Hamburger ist auch der ehemalige HSV-Spieler „Feuer und Flamme“ für Olympische Spiele und Paralympics in seiner Stadt. Sollte Hamburg Mitte März den Zuschlag des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) als deutscher Bewerber für die Spiele in zehn Jahren bekommen, wäre auch die nähere Heimat der Familie Beiersdorfer ein Austragungsort.
Die Beiersdorfers wohnen wie andere HSV-Akteure in Winterhude. Stürmer Pierre-Michel Lasogga und Mittelfeldspieler Gojko Kacar mögen das pulsierende und grüne Quartier ebenso. Auch Bernhard Peters, im Vorstand zuständig für den Nachwuchs, ist seit dem Sommer 2014 im Viertel heimisch.
Die nahe Alsterdorfer Sporthalle ist als Wettkampf-Standort für das Gewichtheben vorgesehen, auch das Fechten im Rahmen des Modernen Fünfkampfes soll in der Arena an der Krochmannstraße stattfinden. Wer ein Stück weiter spaziert, wird im Stadtpark den Disziplinen Laufen, Schießen und Reiten und im Stadtparksee dem Schwimmen der Fünfkämpfer zusehen können.

„Bodenständiges Konzept“


Dietmar Beiersdorfer hat Gründe, warum er sich für die Olympia-Bewerbung einsetzt. Der gebürtige Franke sagt: „Ich finde das Konzept sehr bodenständig. Das gefällt mir. Die Welt tendiert dahin, sich immer mehr zu individualisieren. Die Spiele in Hamburg sind eine Chance für alle, etwas gemeinsam zu bewegen. Wir als HSV wollen die Spiele unbedingt in unserer Stadt.“
Der 51 Jahre alte Beiersdorfer ist jemand, der nachdenkt, bevor er losplaudert. An prägende olympische Momente erinnert er sich aber schon. Die bunten, offenen Spiele in Barcelona 1992 verfolgte er am Fernseher. „Hinfahren konnte ich nicht, weil ich gerade vom HSV zu Werder gewechselt war und wir in der Saisonvorbereitung steckten“, sagt er. Die fröhliche Stimmung der Sommer-Tage von Barcelona sind ihm dabei eher im Gedächtnis geblieben als die Taten einzelner Medaillengewinner.
Sein prägendes olympisches Erlebnis war ein anderes. „Mein Held war immer Edwin Moses“, erzählt Beiersdorfer. Den amerikanischen 400-Meter-Hürdenläufer und Gegenspieler des Deutschen Harald Schmid bewunderte Beiersdorfer wegen seiner fairen Siegermentalität – zweimal gewann Moses die Goldmedaille bei Olympischen Spielen. „Ich war mit 15, 16 Jahren Praktikant bei Adidas in Herzogenaurach“, berichtet Beiersdorfer, „und saß da am Telefon. Es klingelte, und Edwin Moses war dran. Wir haben dann ein bisschen geredet, auf Englisch. Das habe ich bis heute nicht vergessen.“ Vielleicht kann sich Dietmar Beiersdorfer in zehn Jahren mit seiner Tochter Carla über ihren olympischen Moment unterhalten.
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