Können Pflanzen hören?

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Pflanzen reagieren auf Musik und Sprache, haben Paul Weigand, Hanno Meyer und Julius Prahm (v.l.) herausgefunden Foto: Hanke
 
Zwei der Sieger vom Gymnasium Eppendorf im Fachbereich Chemie von Jugend forscht: Laurin Rienhardt (r.) zeigt die Schwingungen, Cara Nieslony schaut nach, was sie bedeuten Foto: Hanke

Junge Forscher des Gymnasiums Eppendorf machen spannende Entdeckungen

Von Christian Hanke
Eppendorf Pflanzen
reagieren auf Musik und Sprache, haben Nachwuchs-Biologen des Gymnasiums Eppendorf herausgefunden. Julius Prahm (11), Paul Weigand (12) und Hanno Meyer (11) beschallten dazu vier Hyazinthen zwei Wochen lang mit modernen Rhythmen, mit klassischer Musik und mit einem Hörbuch. Andere Schüler erforschten, wie giftig Papierservietten sind. Mit ihrem Resultat konnten die Jungs beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“, Fachbereich Biologie punkten. Das überraschende Ergebnis: Die Pflanzen, die dem Hörbuch gelauscht hatten, wuchsen am schnellsten. „Pflanzen können zwar nicht hören, aber zeigen Reaktionen auf Musik und Sprache“, erläutert Julius Prahm die Erkenntnisse des Trios. Dem Jugend-forscht-Stifter Geo war das ein Jahresabonnement der Zeitschrift „Geolino“ wert.

Giftige Farbstoffe?


Von Papierservietten droht womöglich Gefahr für die Gesundheit. Cara Nieslony (16), Anna-Sophie Hasselon (18) und Laurin Rienhardt (17) vom Gymnasium Eppendorf haben mit Hilfe der Infrarot-Spektroskopie nachgewiesen, dass die Farbstoffe einiger Papierservietten giftig sein könnten. Mit dieser Leistung gewannen sie den ersten Preis im Regionalwettbewerb Hamburg-Eppendorf des Wettbewerbs „Jugend forscht“, Fachgebiet Chemie, der im Unversitätsklinikum Eppendorf präsentiert wurde. „Ist es möglich, giftige Farbstoffe gefahrlos nachzuweisen?“, so lautete die Ausgangsfrage für die drei Jungforscher. Für einige der fünfzehn Papierservietten, die das Trio für sein Experiment verwendet hat, kann die Frage bejaht werden. Mit Hilfe der Infrarot-Spektroskopie, die einen gefahrlosen Umgang der Forscher mit den eventuell belasteten Servietten garantiert, haben die drei Schüler Schwingungen ermitteln können, die sie je nach Ausschlag verschiedenen chemischen Verbindungen zuordnen konnten. Bei einigen Servietten konnten sie Belastungen der Farbstoffe nicht ausschließen. „Das könnte der erste Schritt eines Prüfungszyklus sein“, beruhigt Laurin Rienhardt. Noch ist Gift in den Farbstoffen von Papierservietten nicht bewiesen. Eine Zeitungsnotiz mit der Vermutung, dass Gift in den Farben der Servietten stecke, hatte die drei auf ihr Thema gebracht. Seit Oktober 2015 haben sie im Rahmen der Begabtenförderung Chemie am Gymnasium Eppendorf jeden Mittwoch an diesem Thema gearbeitet. „Es war sehr aufwendig. Zwei Monate haben wir gebraucht, um uns die Erklärungen der Schwingungen anzueignen“, berichtet Cara Nieslony. Es hat sich aber gelohnt. Am 7. und 8. April dürfen die Eppendorfer Jungforscher ihre Erkenntnisse nun beim Landeswettbewerb Hamburg präsentieren. Eine wichtige Erkenntnis für den Winter haben Luzie Nickel, Leonardt Mücke und Constantin Schweizer (alle 12), ebenfalls vom Gymnasium Eppendorf, untermauert. Ihre Forscherfrage: „Ist Streusalz die Lösung?“, konnten sie ganz klar mit „Nein“ beantworten. Sie hatten Kresse mit immer höheren Dosen an Streusalz behandelt und erhielten damit zunehmend zerstörtere Pflanzen. Ein deutlicher Fingerzeig in Richtung Streuen bei Eis und Schnee. Warum das Gymnasium Eppendorf gleich mit drei Teams an den Wettbewerben Jugend forscht und Schüler experimentieren teilnahm, beantwortet Betreuerin Britta Kruse: „Wir haben eine Arbeitsgemeinschaft (AG), die gezielt auf diese Wettbewerbe hinarbeitet.“
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