Kuchen wie von Oma in Valentinas BackSalon

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Christina Wildner (l.) und Christa Schotters-Wedemeyer (r.) präsentieren stolz ihre selbstgebackenen Kuchen. Katrin Rauser (M.) hatte eine bombige Idee Foto: Gehm
 
Christina Wildner (l.) und Christa Schotters-Wedemeyer backen nach alten Rezepten Foto: Gehm

Neues Café in der Schlüterstraße lockt mit Köstlichkeiten aus dem Ofen inklusive Samtsesseln und handgebrühten Kaffee

Von Dagmar Gehm
Eppendorf
Angelockt vom Duft der Kindheit. Erinnerungen steigen auf von Omi in Kittelschürze, die Kuchen backt und den neugierigen Enkeln ab und zu eine Streusel in den Mund schiebt. Eine breite Fensterfront öffnet sich, der Blick fällt in einen Cafésalon wie aus dem Zauberreich, mit Blumenornamenten in Rosarot auf den grün schimmernden Wänden, roten Samtsesseln und glücklichen Menschen, die Kuchen essen und handgebrühten Kaffee trinken. Wenn sich der Vorhang zur Küche teilt, steht ganz am Ende des langen Raums tatsächlich Omi in Kittelschürze. Und nicht nur eine, gleich zwei, drei, die dort Kuchen und Kekse backen. Längst vergessene, wunderbar duftende, selbst gebackene Sorten. Allerdings gehört das Klischee der gütigen Oma am Backherd beim Näherkommen in die Schublade. Stattdessen rühren dort eifrig sehr junggebliebene, schicke Ladies mit modernen Küchengeräten in Töpfen und Tiegeln. Nur die traditionelle Schürze muss sein – der Hygiene wegen.

Rezepte bewahren


Eine Vision, realisiert und in Szene gesetzt von Katrin Rauser (50), die in der Schlüterstraße Valentinas BackSalon eröffnet hat und Helfer ab Eintritt ins Rentenalter beschäftigt – auf Wunsch auf Minijob-Basis. Damit alte oder bewährte Rezepte nicht verloren gehen. Einerseits. Andererseits soll der BackSalon als Treffpunkt dienen. „Inspiriert wurde ich durch eine Initiative in München. Ich fuhr sofort hin, griff die Idee auf und begann, sie in Hamburg umzusetzen“, berichtet die gelernte Buchhändlerin und Sozialpädagogin. Das Ladenlokal war schnell gefunden, mit genügend Platz, um ein gemütliches Café mit 20 bis 25 Plätzen zu integrieren. Inzwischen haben sich schon einige Kuchenbäckerinnen gemeldet. Wie Christa Schotters-Wedemeyer, die durch das Nachbarschaftsforum nebenan.de auf das Angebot des Backsalons gestoßen ist. „Ich unterstütze das Projekt gern“, sagt die attraktive Harvestehuderin. Aus ihrem Fundus hat sie ein altes Rezept ausgegraben, einen Quitten-Streuselkuchen. „Eine Frucht, die fast in Vergessenheit geraten ist.“ Nebenan reibt Christina Wildner (60) mit Hingabe Schokolade, mischt Nüsse unter den Teig, packt eine dicke Schicht Sauerkirschen darauf. Ein altes Familienrezept, mit dem sie bisher bei ihren Enkeln punktete. „Ich finde es eine tolle Idee zu helfen und ein bisschen Geld nebenher zu verdienen“, freut sich die ehemalige Zahnarzthelferin.

Sonntagsfrühstück


„Natürlich sind auch Männer willkommen, die gern backen“, so Katrin Rauser. Drei Heißluftöfen stehen dafür zur Verfügung, in denen vier bis fünf Kuchen am Tag hergestellt werden. Ein veganer Kuchen soll das Angebot erweitern. Ab 13. November bietet sie jeden zweiten Sonntag im Monat ein hanseatisches Frühstück an. Mit frischem Klöben und Heringssalat. „Ich liefere auch an Nachbarn, Firmen und Altenheime – für Familienfeiern und Events“, sagt die Powerfrau. „Und neulich hat sich sogar eine ganze Gruppe einer kulinarischen Stadtführung bei mir umgesehen. Die fanden mein Projekt alle sehr interessant.“

Valentinas BackSalon, Schlüterstraße 79, geöffnet von Di – Sa 11.30 – 17.30 Uhr, So 12.30 – 17.30 Uhr
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