Kultur als Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe in Hamburg

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Die interkulturelle Theatergruppe „Hajusom“ wird schon seit Jahren von der Kulturstiftung gefördert Foto: wb

Hamburger Stiftungen wollen mit Fonds Integrationsarbeit stärken

Hamburg-Nord „Das ist ein wichtiges Signal“, waren sich die Vertreter von Hamburger Stadtteilkulturzentren wie Goldbekhaus, Kulturhaus Eppendorf und Barmbek Basch in der vorigen Woche in der Zinnschmelze in Barmbek einig. Hier fiel der offizielle Startschuss für den Fonds Freiräume, der kulturelle Projekte mit Geflüchteten fördert. Zum Start steht eine Fördersumme von 250.000 Euro bereit. Das Besondere: Der Fonds ist ein gemeinsames Projekt der Hamburgischen Kulturstiftung, der Körber-Stiftung und der Alfred Toepfer Stiftung und wurde in Zusammenarbeit mit Stadtkultur Hamburg entwickelt. „Das ist ein Paradigmenwechsel in der Zusammenarbeit der Stiftungen“, freut sich Anja Paehlke, Vorstand der Körber-Stiftung. „Wir wollen nicht das Rad neu erfinden, sondern die Infrastruktur und langfristige Projekte stärken, anstatt immer neue freischwebende Initiativen zu schaffen.“ Verwaltet wird der Fonds, in den Hamburger Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen je mindestens 10.000 Euro eingezahlt haben, von der Hamburgischen Kulturstiftung: „Die Idee zum Fonds entstand nach den furchtbaren Anschlägen auf Charlie Hebdo“, so Vorstand Gesa Engelschall. „Wir brauchen reale Räume der Begegnung und geistige Freiräume. Die Partizipation am kulturellen Leben ist der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe“, so Engelschall weiter, deren Stiftung schon zahlreiche Kulturprojekte mit Geflüchteten unterstützt hat, wie zum Beispiel die interkulturelle Theatergruppe Hajusom oder das Puppentheater in Barmbek.
Schnell und unbürokratisch sollen finanzielle Mittel zwischen 5.000 und 15.000 Euro bereitgestellt werden, um die sich Stadtteilkulturzentren, Bürgerhäuser, Jugendzentren, Flüchtlingseinrichtungen, freie Initiativen, Vereine und Privatpersonen bewerben können. Voraussetzung ist der Nachweis einer künstlerischen oder kulturpädagogischen Qualifizierung. „Die 250.000 Euro sind ein tolles Signal, aber ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir hoffen, dass viele Unterstützer nachlegen“, so Paehlke. Das findet auch Klaus Kolb vom Kulturhaus Eppendorf: „In der Osterfeldstraße entstehen 480 Wohnungen für Geflüchtete. Es ist wichtig, dass Stadtteilkulturzentren einbezogen werden. Wir werden unser Programm öffnen mit dem Ziel, die Menschen ganz normal zu integrieren.“ Peter Rautenberg vom Goldbekhaus in Winterhude stimmt zu: „Das ist eine großartige Initiative und ein guter Anfang. Bei uns sind viele Künstler, die langfristig etwas initiieren wollen. Deshalb ist es wichtig, dass auch Folgeanträge gestellt werden können.“ Das sei ebenso möglich wie Anträge auf Honorar- und Personalmittel, so Gesa Engelschall. Eigenmittel müssen nicht eingebracht werden. (flü/wb)

Infos zum Antragsverfahren gibt es im Internet unter: www.kulturstiftung-hh.de
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