Lärmschutz mal anders

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Das ist eine Lärmschutzwand: Ein Wall aus Bauschutt sichert die Statik der zehn Meter hohen Containerwände. Matratzen an den Innenwänden soll die Lärmbelastung senken Foto: Haas

Bunker-Abriss am Poßmoorweg: Containerwand soll Geräuschpegel senken

Von Waltraut Haas
Winterhude
So manche Baustelle in Winterhude strapaziert derzeit die Geduld betroffener Nachbarn, wenn ihnen Staub, Dreck und vor allem Lärm zugemutet wird. Besonders beeinträchtigt waren sie rund um den Poßmoorweg, als die dicken Zementmauern des alten Bunkers durch Rammarbeiten und Mega-Presslufthämmer zerlegt wurden. Seit 27. Oktober herrschte hier Stillstand, nachdem die Erde regelrecht gebebt hatte. Wie berichtet, wurden die Abbrucharbeiten durch die Bauaufsicht unterbrochen, weil sie das zulässige Maß für Lärmemissionen weit überschritten hatten. Entsprechende Auflagen für die Abbruchpläne waren zudem missachtet worden: Eine Erhebung von Messdaten der Lärmbelastung fehlte. Zudem war die Baustelle unzureichend durch Dämmplatten gesichert. Der Radau des Abbruchhammers hatte sich vom Poßmoorweg trichterförmig in der Umgebung verbreitet.
Nach 14-tägigem Stillstand beobachteten Anwohner aus der Geibelstraße, wie etliche LKW-Ladungen aus Bauschutt und Erde vor dem Bunker abgekippt wurden. Vor diesem Erdwall stapelte das Abbruchunternehmen Container auf, ließ sie mit alten Matratzen benageln und mit Plastikfolien abdecken: So entstand eine rund zehn Meter hohe Lärmschutzwand. Ob das nun für Ruhe sorgt? „Nach effektivem Lärmschutz sieht das Machwerk allerdings nicht aus, es wirkt irgendwie improvisiert,“ meint ein skeptischer Anwohner (Name ist der Redaktion bekannt),
er spreche für seine Nachbarn. Zudem bleibe die Baustelle nach oben und zur Uferseite des Osterbekkanals geöffnet. Man müsse kein Physik-Experte sein, um einzuschätzen, wie Lärmdämmung funktioniere, empört sich der Mann. Demnächst sollen die Abrissarbeiten fortgesetzt werden. Dann wird sich zeigen, ob die Maßnahmen den Auflagen der Bauaufsicht genügen. Ansonsten würden bestimmt die Drähte wieder heißlaufen, sagen leidgeprüfte Anwohner.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 02.12.2015 | 15:07  
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