Leider große Nachfrage

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Manfred Czub, der Nachbarschaftsbeauftragte von Hamburg Airport, überreichte Luise Schröder (r.), der Leiterin der Heilsarmee-Einrichtungen in Groß Borstel einen Scheck über 620 Euro. Die ehrenamtlichen Helferinnen Telse Sauter (2.v.l.) und Ursula Noelke freuten sich mitFoto: Hanke

Reger Andrang von Bedürftigen beim neuen Borsteler Tisch

Groß Borstel. Der Borsteler Tisch, die im April eröffnete Lebensmittelausgabestelle für Bedürftige im Café Begegnung der Heilsarmee an der Borsteler Chaussee, ist äußerst gefragt. Rund 100 Menschen haben sich in die Besucherlisten eingetragen. „Dahinter stehen über 175 Menschen, die einmal in der Woche über den Borsteler Tisch mit Lebensmitteln versorgt werden. Kinder, junge und alte Menschen“, sagt Wolfgang Jäger, der die Tafel mit Rat und Tat unterstützt. Und es werden jede Woche mehr. Die Organisatoren des Borsteler Tisches denken über eine Kundensperre und eine Vergrößerung der Lebensmittelzufuhr nach.
Ein trauriges Zeichen aus Groß Borstel. In dem als bürgerlich-wohlhabend bekannten Stadtteil leben offensichtlich viel mehr hilfsbedürftige Menschen als allgemein vermutet, so die Tisch-Initiatoren. „Es kommen vor allem ältere Menschen, aber auch junge Mütter“, erzählt Telse Sauter, eine der ehrenamtlich tätigen Helferinnen, die am Empfang des Café Begegnung mit allen Besucherinnen und Besuchern in Kontakt kommt. Allen diesen Menschen sieht man ihre Bedürftigkeit nicht an. „Gerade die Älteren sind ganz adrett gekleidet. 75 Prozent unserer Kunden sind in keiner Weise auffällig“, berichtet Ursula Noelke, die ebenfalls ehrenamtlich für den Borsteler Tisch arbeitet.
Und sollte mal irgendjemand laut werden oder randalieren, wird er von der Masse der Besucher sofort zur Räson gebracht. „Da brauche ich gar nichts zu sagen“, freut sich Telse Sauter. Der Borsteler Tisch erhält Lebensmittel von der Hamburger Tafel, die einmal in der Woche am Mittwoch von 13 bis 15 Uhr auf dem Gelände der Heilsarmee, Borsteler Chaussee 23, an Menschen ausgegeben werden, die einen aktuellen ALG II-Bescheid, einen aktuellen Grundsicherungsbescheid oder einen aktuellen Rentenbescheid vorlegen. Die Lebensmittel kosten je Ausgabe ein Euro.
Hamburg Airport hat den Borsteler Tisch kürzlich mit 620 Euro unterstützt. Diese Summe war am Tag der offenen Baustelle von Hamburg Airport an der Baustelle für eine neue Startbahn durch Spenden zusammengekommen. „Es war eine Spendenbox für den Borsteler Tisch aufgestellt worden“, erzählt Manfred Czub, der Nachbarschaftsbeauftragte von Hamburg Airport, der Luise Schröder, der Leiterin des Jakob-Junker-Hauses der Heilsarmee in Groß Borstel, einen symbolischen Scheck über die gesammelte Summe überreichte. Von dem Geld wird vor allem Verpackungsmaterial angeschafft, damit die Besucher die Lebensmittel auch mitnehmen können. Auch daran besteht ein immer größerer Bedarf. (ch)
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