Leinpfad in Winterhude wird zur Baustelle

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Leinpfad um die Mittagszeit: Überschaubarer Verkehr. Autos, Radfahrer und Fußgänger kommen sich bislang nicht ins Gehege Foto: Haas

Projekt Fahrradstraße ohne Beteiligung der Bürger. Straße soll Bestandteil der Veloroute 4 werden

Winterhude Bislang geht es hier beschaulich zu, denn der Leinpfad ist – bis auf morgendliche Radlertrupps auf dem Weg in die Innenstadt – wenig frequentiert. Spaziergänger, Radfahrer und motorisierte Anwohner kommen sich deshalb kaum ins Gehege. Doch auch hier wird es bald eng – voraussichtlich ab Oktober. Denn der Leinpfad soll, wie berichtet, zur Fahrradstraße umgebaut werden. Dafür wird er für sechs Monate erst mal zur Baustelle. Der Leinpfad werde während der Bauphase abschnittsweise gesperrt, heißt es aus dem Bezirksamt Nord. Anwohner würden vorab informiert. Dies sei ein weiterer guter Schritt, die Bedingungen für Radfahrer in Hamburg zu verbessern, hatte Dr. Jan Freitag SPD), Sprecher des Regionalausschusses Eppendorf/Winterhude schon im März verlauten lassen. Der Leinpfad soll als wichtiger Bestandteil der Veloroute 4 und als Verlängerung der Alster-Fahrradachsen ein bedeutender Baustein für die „Fahrradstadt Hamburg“ werden. Auch Fußgänger und Anwohner würden profitieren: „Der alsterseitige Gehweg wird erneuert und es kommt zur weiteren Verkehrsentlastung“, so Freitag. Nach Umsetzung der Pläne sei eine Evaluation im Regionalausschuss eingeplant. Der Anteil des Radverkehrs soll bis 2025 verdoppelt werden, so will es die Koalitionsvereinbarung von SPD und Grünen. Massive Kritik kommt dazu aus den Reihen der CDU Nord: „Fahrradstraßen und Velorouten sollen ohne echte Beteiligung der Öffentlichkeit durchgezogen werden.“ Genau wie beim Busbeschleunigungsproprogamm lege der Senat keinen Wert auf konstruktive Vorschläge von Bürgern und Bezirkspolitikern. Bisherige „Experimente“ – wie am Harvestehuder Weg oder am Mühlenkamp hätten zu Chaos statt zu Verbesserungen geführt. Durch den Umbau des Leinpfads würden zudem 75 Parkplätze vernichtet. Auch die monatelange Bauphase sei für die Anwohner des Leinpfads inakzeptabel, erklärte Christoph Ploß (CDU), der die stolze Summe von über 1,4 Millionen Euro im Umbau des Leinpfads falsch angelegt sieht. Die wäre besser investiert in der Sanierung zahlreicher defekter Straßen sowie Rad- und Gehwege im gesamten Bezirk. Die CDU-Bezirksabgeordneten Christoph Ploß und Philipp Kroll laden ein zu einem Bürger-Forum: Sonnabend, 27. August, 12 Uhr: Ludwig-Erhard-Haus, Leinpfad 74. (wh)
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2 Kommentare
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Stefan Warda aus Neustadt | 16.08.2016 | 14:21  
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Klaus Sebaldt aus Barmbek | 20.08.2016 | 10:56  
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