Luxusschmuck auf Auktionen

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Die Versteigerung findet inmitten der Objekte im Auktionshaus statt Foto: flü

Bei „Mette“ kommen auch wahre Schätze unter den Hammer

Eppendorf „6.700 Euro zum Ersten, 6.700 Euro zum Zweiten und 6.700 Euro zum Dritten!“ Der Hammer von Auktionatorin Stephanie Mette-Ernst saust auf das Pult und besiegelt den Besitzerwechsel der „Rolex Submariner“. Im Eppendorfer Auktionshaus ist die Luft spannungsgeladen, als Interessenten sich für den Erwerb der Luxusuhr überbieten. Rechts von der Auktionatorin nehmen zwei Mitarbeiterinnen am Telefon die Gebote von Anrufern auf, daneben hat eine weitere die Bieter im Blick, die live über das Internet zugeschaltet sind.
Insgesamt 400 Objekte von Schmuck über Gemälde bis zu Puppen sollen heute versteigert werden, nicht für alle gibt es Gebote. Und längst nicht alle haben ein so hohes Limit wie die Edel-Uhr.
Vor 12 Jahren hat Stephanie Mette-Ernst ihr Auktionshaus in Eppendorf gegründet und lädt alle zweieinhalb Monate zu einer Auktion ein. Unter den Objekten, die bei ihr unter den Hammer kommen, sind „viele Privatanlieferungen aus Eppendorf. Aber auch aus anderen Stadtteilen bis Blankenese und Rissen“, erzählt sie. Häufig stammen Schmuck, Porzellan und Kunst aus Haushaltsauflösungen. Stephanie Mette-Ernst und ihre drei Mitarbeiter beraten die Anlieferer und setzen ein Limit für die Auktion fest. Vier Tage vor der Auktion beginnt in der Regel die Vorbesichtigung, bei der Interessierte die Stücke schon einmal genau besehen können. „Wir haben aber nicht nur Publikum. Man kann auch per Telefon oder über ein Internetportal live per Mausklick mitbieten“, erzählt Mette-Ernst. An die 100 Live-Bieter kämen zu den durchschnittlich 50 bis 60 Kunden im Publikum hinzu.
Auch Vorabgebote gehen ein, darunter viele aus dem Ausland wie China, Mexiko oder Taiwan. Geboten wird in Zehn-Prozent-Schritten, wobei Auktionatorin Mette-Ernst die Gebote aus Publikum, Telefon und Online-Portal im Blick haben muss.
Das Entdecken von Schätzen steht nicht auf der Tagesordnung. So wie vor zwei Jahren, als bei einer Haushaltsauflösung im Besenschrank eine Bronzeskulptur mit Gesicht und Händen aus Elfenbein auftauchte. „Die Skulptur war von Ferdinand Preiss. Wir haben das Limit auf 1.200 Euro gesetzt. Sie ging dann für 18.000 Euro an einen Bieter aus Monaco“, erzählt die Auktionatorin. Jugendstil-Objekte wie die Skulptur von Ferdinand Preiss und Art-Deco-Schmuck seien momentan beliebt. Das wird auch auf der Auktion deutlich: Wenn Schmuck aus der Zeit von 1920 bis etwa 1940 unter den Hammer kommt steigen Gebote und Spannung. „Gesucht werde Sammlerstücke und Einzelstücke.
In Erinnerung bleibe ihr auch die Bieterin aus Australien, deren Großmutter im Krieg flüchten musste. Auf der einzigen Fotografie, die sie von ihrer Großmutter besaß, trug sie eine Brosche: „Diese Brosche hat sie auf unserer Internet-Seite entdeckt und ersteigert.“
Das Publikum besteht vorwiegend aus älteren Semestern. „Das Altersverhältnis kippt aber gerade.“ Mette-Ernst rät Neu-Bietern, erst einmal klein anzufangen: „Es kann ja erst einmal eine Lithografie sein und nicht ein Gemälde. Wir haben auch wunderschöne Dinge mit einem Limit von 30 oder 40 Euro.“ (flü)

Auktion: 26. August, Auktionshaus Mette, Lehmweg 55
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