Mahner gegen das Vergessen

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Dr. Cornelia Sonntag-Wolgast vom BfDT bei der Preisübergabe mit Lutz Rehkopf - Hamburger Friedhöfe -AöR-, Andrea Krieger HBgR - Hamburger Bündnis gegen Rechts, sowie Maren Zinck - Bramfelder Bündnis gegen Rechts (v. l.) Foto: Rehkopf

Ehrung für das Ohlsdorfer Friedensfest

Hamburg-Nord. In diesem Jahr jährt sich der Feuersturm über Hamburg, bekannt unter dem militärischen Codename ‚Operation Gomorrha‘, zum 70. Mal. Bei den Angriffen wurden insgesamt 277.330 Wohnungen, sowie 580 Industriebetriebe, 2632 gewerbliche Betriebe, 80 Anlagen der Wehrmacht, 24 Krankenhäuser, 277 Schulen und 58 Kirchen zerstört. 34.000 Menschenleben wurden ausgelöscht – 125.000 Hamburger erlitten nicht nur körperliche Verletzungen. Die Zahlenangaben sind strittig – unstrittig ist, dass dieses Menschen Opfer eines von Nazi-Deutschland entfachten Weltkrieges waren. Dennoch gibt es rechtsradikale Kreise, die oft die Opfer des Bombenkrieges dazu missbrauchen, die Ursachen des Zweiten Weltkrieges umzudeuten. Dagegen erhebt seit 2009 das ‚Bündnis Ohlsdorfer Friedensfest‘ seine Stimme und schützt so die Opfer vor falscher Glorifizierung und Missbrauch. Dabei werden Fragen aufgeworfen: Wer waren die Opfer des Bombenkrieges? Wie konnte es so weit kommen? Mitten im Krieg gab es Verfolgung und Widerstand. Welche Opfer waren hier zu beklagen? Gibt es Nachwirkungen in die Gegenwart hinein? Nun wurde die Initiative im Wettbewerb ‚Aktiv für Demokratie und Toleranz 2012‘ vom Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT) geehrt und mit 4.000 Euro ausgezeichnet. Das ‚Ohlsdorfer Friedensfest‘ ist nicht finanziert, sondern erhält geringe Geldbeträge und Sachleistungen von der ‚Hamburger Friedhöfe –AöR‘ sowie vom ‚Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.‘. Bei der Preisverleihung im Kieler Rathaus hob BfDT-Beiratsmitglied Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast hervor, wie wichtig es ist, die Bombardierung der Stadt im Sommer 1943 angemessen, nuanciert und demokratisch in Erinnerung zu halten. Das Friedensfest ist eine gemeinsame Initiative von: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landesverband Hamburg, Psychosoziale Arbeit mit Verfolgten e.V.,Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes e.V. / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Hamburger Bündnis gegen Rechts und Bramfelder Bündnis gegen Rechts, Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V., Ver.di Hamburg, Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus, Willi-Bredel-Gesellschaft Geschichtswerkstatt e.V., Arbeitskreis Kirchliche Gedenkstättenarbeit Neuengamme, der Kirchengemeinden Mittleres Alstertal, Bramfeld und Steilshoop sowie der Hamburger Friedhöfe -AöR-. (fjk)
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