Mal-Schule im Minihaus in Hamburg

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Marlene Brand ist in Eppendorf als „Ise-Malerin“ bekannt Fotos: Hanke
 
Erst WC-Häuschen, dann Klassenraum, bald Malschule: das Häuschen im Innocentiapark

Künstlerin Marlene Brand gibt Kurse im Innocentiapark

Von Christian Hanke
Hamburg. Neues Leben für das ehemalige WC-Häuschen im Innocentiapark: Die im Stadtteil als ‚Ise-Malerin‘ bekannte Marlene Brand wird in dem schmucken kleinen Gebäude, das derzeit teilweise mit Brettern vernagelt ist, ab April Malkurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene veranstalten. Der von ihr extra gegründete Verein „Innopark für kleine und große Künstler e. V.“ übernimmt das Häuschen jetzt vom Bezirksamt Eimsbüttel. Es war nach starkem Verfall 2007 durch die Innocentiapark-Initiative zum Klassenzimmer im Grünen für die Schule Hochallee hergerichtet worden. Nachdem die Schule die Nutzung 2012 aufgegeben hatte, stand das Gebäude leer – und war dem Vandalismus preisgegeben.
Marlene Brand, die ihre Werke regelmäßig auf dem Isemarkt anbietet, war schon lange in das alte WC-Häuschen verliebt. Als sie von Anwohnern und Kindern auf dem Isemarkt darauf angesprochen wurde, dass das Häuschen leer steht und zu verfallen droht, reifte der Gedanke es selbst für kostengünstigen Malunterricht zu übernehmen.

Laufende Kosten trägt der Verein

Der Kerngebietsausschuss Eimsbüttel stimmte jetzt dem Konzept von Marlene Brand zu. Der Verein wird die laufenden Kosten für Strom und Wasser übernehmen und die Umgebung des Häuschens sauber halten. Die Ise-Malerin will an drei Werktagen nachmittags sowie sonnabends mittags und nachmittags Malkurse für Kinder und Jugendliche anbieten und abends Erwachsene unterrichten. Freies Malen lautet ihr Programm, das verschiedene Techniken beinhalten wird.

„Anfängern muss klar werden, dass es in der Kunst keine Norm gibt. Nur den Mut, etwas auf die Leinwand pinseln zu wollen.“ Marlene Brand
„Anfängern muss klar werden, dass es in der Kunst keine Norm gibt. Nur den Mut, etwas auf die Leinwand pinseln zu wollen“, verrät Marlene Brand ihr Credo. Die Malerin entdeckte ihre Liebe zur Kunst vor 26 Jahren bei einem Jamaika-Urlaub. „Die Farben haben mich so fasziniert, dass ich mit dem Malen angefangen habe“, erzählt die gelernte Kauffrau, die lange im Verlagsgeschäft tätig war.
Vor sieben Jahren hat die 66-Jährige dann begonnen, professionell zu malen. Sie möchte auch Graffitti-Sprayern eine Leinwand anbieten, um ihnen eine Möglichkeit zu geben, ihre Kunst zu zeigen - und um sie somit davon abzuhalten, das Gebäude zu besprühen. Für die Beseitigung der derzeitigen Graffiti kommt der neue Verein auf.
In dem Häuschen möchte Marlene Brand, neben dem Malen, noch weitere Ideen umsetzen. Themenspezifische Basteleien, zum Beispiel zu Ostern und zu Weihnachten, zählen zu ihrem Konzept.
Auch Leseabende in der Adventszeit kann sie sich vorstellen und einen kleinen Chor, der Volkslieder singt. „Menschen unter 40 kennen keine Volkslieder mehr“, hat die Malerin festgestellt.

Konzerte und Feste geplant

Ausstellungen und vielleicht Chorkonzerte möchte sie präsentieren. Dazu ein Sommerfest, eventuell sogar zwei Feste - „für Anwohner, Parknutzer und Kinder“, erklärt die Malerin. Am 2. April könnte das frühere WC-Häuschen als kreative Stätte eröffnet werden. Vielleicht sogar schon eher.
Wer sich für ihre Malkurse interessiert, kann die Künstlerin unter t 0171 / 1740272 erreichen. Oder regelmäßig an ihrem Stand auf dem Isemarkt, Höhe Haus Nr. 63, nahe Eppendorfer Baum.
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