Markante Fassade bleibt

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Projektleiter Mark Grotheer vor der Baustelle mit der Rückseite der Fassade. Sie zu erhalten, erwies sich wegen vieler Löcher als schwierig Fotos: Hanke

Bau von „Martini44“ kann im Juli beginnen. Krankenhaus Bethanien abgerissen

Von Christian Hanke
Eppendorf Seit einigen Wochen ist sie die Attraktion der Martinistraße: die Fassade des früheren Krankenhauses Bethanien, die nach Abbruch des Gebäudes stehen blieb und nun von Eisenträgern gestützt auf einen Neubau wartet. Passanten bleiben stehen, Radfahrer steigen ab. Auch Autofahrer, Bus-Fahrgäste gucken. Was passiert hier?

Hier wird für 26 Millionen Euro das Zentrum für Kultur, Gesundheit, Soziales „Martini 44“ gebaut, das Wohnprojekte und Stadtteilinstitutionen wie das Kulturhaus, das Stadtteilarchiv und die Sozialstation beherbergen wird. Auf Initiative umliegender Einrichtungen für Gesundheit, Soziales und Kultur, die sich im Verein MartiniErLeben zusammengeschlossen haben, entsteht ein Mehrgenerationenwohnprojekt mit Wohn-Pflege-Gemeinschaften und Tagespflege. Der Bauverein der Elbgemeinden baut im Einvernehmen mit dem Verein MartiniErLeben. Ein Neubau mit alter Fassade erwies sich als kostengünstiger als ein Umbau des früheren Krankenhauses. So bleibt die markante Fassade des Krankenhauses Bethanien stehen, die sich in Altbau von 1890 und Neubau von 1920 gliedert.

Sie zu erhalten gestaltete sich schwieriger als vermutet. „Die Fassade wies viele Öffnungen und Schlitze auf. Außerdem ist die Innenschale dünner als die Außenschale. Das ist ungewöhnlich“, erzählt Mark Grotheer, der Projektleiter für Martini 44. Die über die Jahrzehnte ramponierte Fassade wäre so wie sie war nicht stehengeblieben. Die Öffnungen und Schlitze mussten zunächst gefüllt werden. „Das ging relativ schnell, aber die Planung, wie wir die Fassade stützen müssen, damit sie stehenbleibt, hat Zeit gekostet“, berichtet Grotheer.

Ab Juli kann nun der Neubau entstehen. Es wird ein kompletter Neubau mit Fassade. „Die neue Fassade wird fest mit der alten verbunden“, erzählt Mark Grotheer. Vermutlich zeitgleich werden hinter dem Neubau drei weitere Wohngebäude errichtet. Insgesamt entstehen 90 öffentlich geförderte Genossenschaftswohnungen von 43 bis 90 Quadratmetern Größe. Davon werden 24 von der Baugemeinschaft „Martini“ und zehn Appartments zu der Wohn-Pflegegemeinschaft belegt. Unter dem einstigen Bethanien-Gelände wird eine Tiefgarage mit CarSharing-Station und Einfahrt von der Frickestraße angelegt. Im Erdgeschoss des Neubaus hinter alter Fassade werden sich Kulturhaus Eppendorf, Stadtteilarchiv Eppendorf, MartiniErLeben, eine Beratungsstelle für ältere Menschen und die Sozialstation Eppendorf/Hoheluft, beides Einrichtungen der Hamburgischen Brücke, Gesellschaft für private Sozialarbeit, aneinanderreihen.
Zwischen den Neubauten wird ein begrünter Innenhof angelegt, in den die baumbestandene Grünfläche an der Frickestraße miteinbezogen wird.
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