Martin Vetter ist neuer Hauptpastor von St. Nikolai

Anzeige
Martin Vetter : Neuer Hauptpastor von St. Nikolai Foto: Kirchenkreis Hamburg-Ost

Propst des Kirchenkreises Hamburg-Ost und Nikolai-Pastor wird am 11. September in seine Ämter eingeführt

Von Christian Hanke
Harvestehude
Martin Vetter ist der neue Hauptpastor von St. Nikolai und neuer Propst für die Region Alster-West im Kirchenkreis Hamburg-Ost. Am Sonntag, 11. September, wird er um 15 Uhr in der Nikolaikirche, Harvestehuder Weg 118, von Bischöfin Kirsten Fehrs in diese Ämter eingeführt, die neu besetzt werden mussten, nachdem Vetters Vorgänger Johann Hinrich Claussen (wir berichteten) im Februar zurückgetreten war, um nach Berlin zu wechseln. Für den 51-jährigen Vetter beginnt ein ganz neuer Lebensabschnitt, denn der Theologe war bisher vor allem in pädagogischen Einrichtungen der evangelischen Kirche tätig. In den vergangenen neun Jahren leitete er das Pastoralkolleg Ratzeburg, die Fortbildungsstätte der Nordkirche für Pastorinnen und Pastoren, vorher war der gebürtige Rheinländer Studienleiter für Theologie und kulturelle Bildung an der Evangelischen Stadtakademie Düsseldorf. Als Propst wird Vetter ähnliche Tätigkeiten übernehmen, „in guten Gesprächen mit den Pastoren, ihre Stärken fördern“. In der Funktion des Hauptpastors der Nikolai-Gemeinde übernimmt er ganz neue Aufgaben. Was ihn sehr freut. „Ich habe Lust, das, womit ich mich bisher beschäftigt habe, auch mal in der Praxis zu tun“, sagt Vetter. Lebhaft und wortgewandt berichtet er von seinen Zielen und Ansichten. Auch deshalb wurde er mit 79 Stimmen von 116 Synodalen (Vertretern der Kirchengemeinden) unter zwei Kandidaten zum neuen Nikolai-Hauptpastor gewählt.

Kirche will er stärken


Von der Nikolai-Gemeinde und Hamburg ist Vetter begeistert. „Es ist eine sehr familienbezogene Gemeinde, die den Nachwuchs im Blick hat. Es gibt hier viele Kinder und Jugendliche. Es werden sogar Kinderbischöfe gewählt. Die Kirchenmusik ist ganz stark und Schwerpunkte liegen mit dem Kolleg St. Nikolai und dem Mahnmal Alt-St. Nikolai in der Innenstadt in der Bildungs- und Erinnerungsarbeit. Das gefällt mir sehr“, freut sich Vetter. Hamburg war mitentscheidend für seine Bewerbung. „Ich freue mich auf die Stadt, auf Kultur, auf Alster und Hafen“, erzählt Vetter, der dem beschaulichen Ratzeburg in einer Dienstwohnung mit Seezugang auch einiges abgewinnen konnte. Kirche will er stärken, indem er den „Öffentlichkeitsauftrag“ der Kirche erfüllen möchte, denn der wird, wie Vetter bei seiner Vorstellung als Kandidat für die Pastorenstelle in einer von sieben Thesen konstatierte, „heute in Frage gestellt“. Der Fundamentalismus des Islam findet sich dagegen ständig in der Öffentlichkeit „Die Öffentlichkeit interessiert sich für dieses Phänomen, weil es für sie neu ist“, relativiert Vetter, der einen Dialog mit anderen Religion für äußerst wichtig erachtet. „Die Kirche muss ihrem Selbstverständnis nach in der Öffentlichkeit wirken“, lautet Vetters erste These. Für den wortgewandten Theologen, der auf Menschen zugehen kann, eine machbare Aufgabe.

Lesen Sie auch: Wechsel nach Berlin – Propst wird Kulturmanager der EKD
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige