Mega-Bauprojekt Pergolenviertel in Hamburg startet

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Das Pergolenviertel bekommt ein Gesicht: Architekt Wim Eckert plant mit Backstein-Fassaden Visualisierungen: E2A Architekten
 
1.400 Wohnungen sollen an der Hebebrandstraße gebaut werden

Pläne und Konzepte für Pergolenviertel mit 1.400 Wohnungen vorgestellt

Hamburg. Die Stühle wurden im großen Sitzungssaal am vergangenen Dienstag knapp. Das Bezirksamt Nord hatte zum Fachgespräch Wohnungsbau mit dem Titel „Das Pergolenviertel: Jetzt geht’s los!“ eingeladen. Zur Vorbereitung der Ausschreibungen stellten Stadt- und Landschaftsplaner, Architekten und Verkehrsexperten ihre Arbeitsergebnisse vor und eröffneten die Diskussion mit Vertretern der Wohnungswirtschaft.
Hintergrund: Seit 2010 wird an der Entwicklung des Mega-Bauprojekts im Bezirk Nord gearbeitet. Anfang 2015 beginnt die Realisierungsphase für das Pergolenviertel. Südlich der Hebebrandstraße sollen bis 2016 rund 1.400 Wohnungen entstehen, 60 Prozent davon mit öffentlicher Förderung.
Hans-Peter Boltres vom Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirks Nord favorisiert den Plan einer Blockrandbebauung auf dem nördlichen und dem südlichen Teil des Areals. Diese schaffe mehr Freiraum und ermögliche die Entstehung von 150 Kleingärten. „Wieso Herr Boltres bloß immer noch von deren Entstehung spricht?“, fragte sich Kleingärtnerin Hilde Dräger. Nach dem Koalitionsvertrag von SPD und Grünen in Nord sollen die nicht zur Bebauung vorgesehenen Gartenflächen erhalten bleiben. Doch die seit Jahren geäußerte Sorge der Kleingärtner, diese Gärten werden plattgemacht, „steht wieder nicht zur Debatte.“

Rahmen abstecken

Nach der Erläuterung des städtebaulichen Rahmens stellte der Schweizer Architekt Wim Eckert (E2A) seine Entwürfe von Backsteinfassaden vor, „farblich differenziert von rot nach grau“. Er folge damit dem Stadtbild prägenden Baustil.
Auch ein Vekehrskonzept wurde vorgestellt, das kurze Wege und Barrierefreiheit garantieren soll. Dann präsentierte die ehrenamtlich im Planungsbeirat tätige Arbeitsgruppe „Leben im Pergolenviertel“ ihren Katalog an Ideen: zur Einplanung von mehrfach nutzbaren „Sozialräumen“, zur Mischung von Wohnen und Gewerbe, von Kita und Produktionsküche, die ja auch die Versorgung in der Umgebung, etwa für Schulen und Anwohner, übernehmen könne.
„1.400 Wohneinheiten – das wird ein großes Dorf. Die Grundlagen dafür müssen wir jetzt schaffen“, ermahnten Sabine Brahms und Jochen Blauel die anwesenden Investoren. Ihre Arbeitsgruppe befürworte „weniger Funktionstrennung von Arbeit und Leben, die Schaffung von Arbeitsplätzen auch für behinderte Menschen sowie Ankerpunkte der Nachbarschaftsförderung“.

Probleme und Chancen

Oberbaudirektor Professor Jörn Walter sprach bei der nachfolgenden Podiumsdiskussion von Problemen und Chancen: Das Pergolenviertel habe durchaus „Chancen auf Einzigartigkeit“, erfordere aber „sehr große Sorgfalt auf das architektonische Detail“. Demgegenüber blieb Saga-Vertreter Willi Hoppenstedt skeptisch. Er sehe Schwierigkeiten in der Finanzierbarkeit auf dem ersten Förderweg. In Sachen Finazierung gab es aber auch viele positive Signale: „Unser Sprung über die Alster ist durchaus vorstellbar“, erklärte Burkhard Pawlis vom Altonaer Spar- und Bauverein. Das Pergolenviertel werde sicherlich eines Tages „städtebaulich beeindrucken“, bemerkte Sönke Struck vom Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. Etliche Mitglieder würden gewiss an den Ausschreibungen teilnehmen, auch Zusammenschlüsse mit sozialen Trägern seien vorstellbar.
Die öffentlichen Ausschreibungen für den nördlichen Teil starten im März 2015, für den südlichen Teil im Herbst 2015. Die nächste öffentliche Sitzung des Planungsbeirats findet am 12. November, 17-19 Uhr, Technisches Rathaus, Raum 246, Kümmellstraße 6, statt. (wh)
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