Mehr Ampel, bitte!

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Hier muss eine Ampel hin, finden Ulrike Klose, Heike Wanke. Wolfgang Hinsch und Heidemarie Lange (v.l.) von der AG Barrierefrei des Vereins Martini ErlebenFoto: Hanke
 
Viel zu schmal, weil von Autos zugeparkt, ist dieser Gehweg in der Frickestraße Foto: Hanke

Arbeitsgruppe Barrierefrei sieht an Martinistraße noch Bedarf

Eppendorf Die Kreuzung Martini- / Frickestraße ist der Arbeitsgruppe Barrierefrei des Vereins Martini Erleben ein Dorn im Auge. Hier haben es Radfahrer, Fußgänger und Rollstuhlfahrer schwer, die viel befahrene Martinistraße zu überqueren. Eine Ampel gewährt gelegentlich grünes Licht. Aber das reicht nicht, finden die Mitglieder der Arbeitsgruppe, die 2009 gegründet wurde, um rund um das Krankenhaus Bethanien ein Musterquartier für barrierefreies Leben für alle Altersgruppen zu schaffen. Dieses Quartier besteht mehrheitlich aus Altenwohnanlagen. Mittendrin liegen außerdem eine Kindertagesstätte, die St. Martinuskirche und eine Begegnungsstätte für ältere Menschen.

Schon einiges erreicht


Einiges hat die AG Barrierefrei schon erreicht. Unebene Gehwegplatten wurden erneuert. Kopfsteingepflasterte Grundstückseinfahrten wurden durch einen fußgängerfreundlichen Gehwegbelag ersetzt. Ein Briefkasten wurde tiefer gehängt, damit Rollstuhlfahrer ihn erreichen können. Die fast nur von Altenwohnanlagen gesäumte Schedestraße erhielt eine barrierefreie Querungshilfe. An der Ecke mit der Frickestraße entstand ein mit Blumenkübeln, zwei Seniorenbänken und einer Infotafel von Martini Erleben hübsch gestalteter Platz. Schließlich konnte die Sackgasse im südlichen Teil der Frickestraße für den Radverkehr geöffnet werden. Jetzt steht noch die Asphaltierung eines Streifens in der Mitte der kopfsteingepflasterten Fahrbahn aus, damt die Radler auch bequem auf der Straße fahren können und nicht wie derzeit auf dem schmalen Gehweg mit Passanten kollidieren.

Auch bessere Beleuchtung erwünscht


Und wenn dann die Kreuzung mit der Martinistraße noch eine weitere Ampel erhalten würde, wäre die AG Barrierefrei fast zufrieden. „Eine komplette ,Verampelung‘ der Kreuzung wäre natürlich am allerbesten“, erläutert Wolfgang Hinsch von der AG Barrierefrei. Doch eine zweite Ampel an der Martini
straße, westlich der Kreuzung, wäre bereits ein großer Fortschritt, finden deren Mitglieder. Dann könnten Fußgänger gefahrlos den Eppendorfer Park erreichen. Künftig auch Eltern mit ihren Kindern aus der im Bau befindlichen neuen Kinderklinik des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE), deren Eingang sich genau an dieser Kreuzung befinden wird.
Eine fußgängerfreundliche Ampelschaltung wünscht sich die AG Barrierefrei auch an der Kreuzung Tarpenbek- / Martinistraße und keine so genannte „Bettelampel“ wie derzeit.
Ein Problem stellt für viele, meist ältere Menschen auch die Beleuchtungssituation in den Straßen des Quartiers rund ums Krankenhaus Bethanien dar. „Die Straßenlampen beleuchten nur die Straße und nicht die Gehwege. Wenn die Häuser wie in der Frickestraße zwischen Martini- und Schedestraße weit von der Straße entfernt stehen, bekommen die Gehwegen kein Licht. Viele sind außerdem verschattet“, erzählt Heidemarie Lange. Der Gehweg in der Frickestraße vor den Altenwohnanlagen wird außerdem regelmäßig zugeparkt, so dass die eigentliche Breite von 1,50 Meter unterschritten wird. So bekommen Rollstühle und Kinderwagen Probleme. „Hier könnten die Autos halbseitig auf der Straße parken“, schlägt Wolfgang Hinsch vor, „die Straße ist breit genug. 30 Prozent der Autos fahren hier ohnehin zu schnell. Das hat die Blitzampelaktion ergeben.“
Ihre Kritikpunkte will die AG Barrierefrei nun den bezirklichen Gremien in Hamburg-Nord und anderen zuständigen Behörden oder Landesbetrieben vorlegen. Der Regionalausschuss Eppendorf/Winterhude und der Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer werden sich bald desöfteren mit den Anliegen von Martini Erleben beschäftigen müssen. (ch)

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