Mehr Asylbewerber

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Das leer stehende Bürogebäude Heselstücken 28 an der Ecke Sportallee hat die Innenbehörde mit Kaufoption angemietet. Foto: Hanke/hfr

Zelte wurden abgebaut / Durch Umbau Platz für 250 Personen

Groß Borstel. Die Zelte werden nicht mehr bewohnt, aber der Strom der Asylbewerber reisst nicht ab. Bald werden die ersten auch dauerhaft in Groß Borstel untergebracht. Das sind die neusten Nachrichten zur Unterbringung von Asylbewerbern in Groß Borstel. Der Stadtteil spielt eine zentrale Rolle in den Konzepten von Innen- und Sozialbehörde bei der Unterbringung von Asylbewerbern. In der Sportallee 70 befindet sich Hamburgs Zentrale Erstaufnahme, in der die Neuankömmlinge drei Monate bleiben. Danach werden sie von der Sozialbehörde auf andere Unterkünfte verteilt. Der starke Anstieg von Asylbewerbern in diesem Herbst sprengte die Kapazitäten in der Sportallee. Es mussten Zelte aufgestellt werden (das WochenBlatt berichtete). Die konnten inzwischen geräumt werden. Nur ein Zelt ist für der Fall besonders starker Flüchtlingsströme stehen geblieben.
Nach Umbaumaßnahmen stehen in der Sportallee 70 nun 250 Plätze für die Erstaufnahme zur Verfügung. Die Verwaltung und die Essenausgabe sollen demnächst in das gegenüberliegende leer stehende Bürogebäude Heselstücken 28 an der Ecke Sportallee umziehen, das die Innenbehörde, zuständig für die Erstaufnahme, mit Kaufoption angemietet hat. Das Gebäude wird derzeit umgebaut. Die Behörde erwägt, in den oberen Stockwerken Wohnmöglichkeiten für weitere 70 Asylbewerber zu schaffen. Das hat die Bezirksversammlung Hamburg-Nord allerdings abgelehnt. Derzeit trägt der Bezirk Hamburg-Nord, und insbesondere der Stadtteil Groß Borstel die Hauptlast der Asylbewerberunterbringung. Zumal die Sozialbehörde beabsichtigt in den Gebäuden Borsteler Chaussee 299 und 301 Unterbringungen für die Zeit nach der Erstaufnahme zu schaffen. Hinter dem Gebäude Borsteler Chaussee 299, das bereits als Unterkunft für Asylbewerber genutzt wird, werden bereits Container für 48 weitere Flüchtlinge aufgestellt. Auf dem Gelände der Altenwohnanlage Borsteler Chaussee 301 sollen im Pavillonbereich des früheren Pflegeheims weitere Unterkünfte hergerichtet werden. Der Sozialausschuss Hamburg-Nord hat der Unterbringung auf dem Gelände Borsteler Chaussee 299 bereits einstimmig zugestimmt.
Die Groß Borsteler reagieren, von einigen kritischen Äusserungen abgesehen, gelassen auf die deutliche Zunahme von Asylbewerbern in ihrem Stadtteil. Für die Bewohner der Sportallee haben sich in der Vergangenheit immer wieder Bosteler Institutionen eingesetzt. Bezirksamtsleiter Harald Rösler bescheinigte den Borstelern auf der letzten Sitzung der Stadtteilkonferenz sogar, dass sie „in Vorbildlichkeit soziale Einrichtungen akzeptieren.“ Wolf Wieters, der Vorsitzende des Kommunalvereins in Groß Borstel, mahnte auf derselben Sitzung aber auch eine gleichmäßigere Verteilung der Asylbewerber auf die Hamburger Bezirke an. (ch)
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