Mehr Fluglärm in Hamburg-Alsterdorf

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Auf Bahn 05/23 werden innerhalb von zwei Wochen der Gummiabrieb entfernt, Beton-, Asphalt, Siel- und Markierungsarbeiten durchgeführt Foto: Hamburg Airport

Flughafen Fuhlsbüttel: Bahn 05/23 für Wartungsarbeiten gesperrt

Von Michael Hertel
Alsterdorf
Gedränge auf der Start- und Landebahn, Lärm in Alsterdorf: Weil der Flughafen Hamburg nach den Sommerferien seine jährlich fälligen Wartungsarbeiten fortsetzt, ist die Bahn 05/23 (Niendorf/Langenhorn) vom 12. bis 25. September gesperrt. In diesen Tagen wird der gesamte Flugverkehr über die Bahn 15/33 (Norderstedt/Alsterdorf) abgewickelt. Bei durchschnittlich 215 Starts und Landungen pro Tag ist vor allem in den Bereichen Alsterdorf und angrenzenden Stadtteilen, die normalerweise von lediglich rund drei bis sechs Prozent der Flugbewegungen betroffen sind, mit einer stärkeren Lärmbelästigung zu rechnen. Dagegen wird der Fluglärm im Bereich Ohmoor/Norderstedt nach Schätzungen des Flughafens kaum merklich zunehmen, da dies sowieso die Hauptrichtung für Starts und Landungen darstellt (40-45 Prozent). Ohne Baustellen würden rund 30 Prozent der Flugbewegungen über Langenhorn und etwa 23-27 Prozent über Niendorf abgewickelt, berichtet der Flughafen. Zur Überwachung des Fluglärms setzt der Flughafen Hamburg 13 feste sowie drei mobile Messstellen ein. „Diese Hightech-Messstellen sind sehr präzise, werden alle zwei Jahre geeicht und täglich kalibriert“, erklärt Axel Schmidt (58), Leiter des Zentralbereichs Umwelt bei der Flughafen Hamburg GmbH. „Sie sind wesentlich genauer im Vergleich zu Geräten, die üblicherweise von Lärmschutzinitiativen eingesetzt werden“, so der Umweltchef des Flughafens. Zu immer wiederkehrenden Forderungen von Initiativen, die Flugbewegungen ausgleichender über die Bahnen zu verteilen, erklärt Schmidt: „Start- und Landebahn legen die Fluglotsen im Tower vor allem aufgrund der vorherrschenden Winde fest. Die letzte Entscheidung hat der Flugkapitän selbst. Technisch gesehen, kann man auch mit Rückenwind starten oder landen. Aber gegen den Wind ist es auf jeden Fall sicherer, leiser und umweltverträglicher.“

Ärgernis Nachtflüge


Eine besondere Belastung für Anwohner stellen immer wieder verspätete Flüge in der Nachtzeit dar (das Wochenblatt berichtete). Hier meldet der Flughafen für August eine Besserung. „Es stimmt, dass die Zahl der verspäteten Flüge im Mai und Juni höher als üblich war. Im August dagegen konnten die verspäteten Flüge im Vergleich zum Jahreshöchststand um mehr als 30 Prozent reduziert werden“, erklärt Pressesprecherin Janet Niemeyer. Das hochkomplexe System Flugverkehr sei vor allem durch Witterungseinflüsse aus dem Gleichgewicht zu bringen – Niemeyer: „Bei Gewitter, manchmal auch bei Starkregen, müssen Arbeiten auf dem Vorfeld eingestellt werden – da können dann Flugzeuge nicht mehr be- oder entladen werden. Und schon haben wir eine Verspätung, die sich häufig im System fortsetzt.“ Das Signal des Flughafens: „Wir stehen bis hinauf zum Vorsitzenden der Geschäftsführung, Michael Eggenschwiler, hinter der im Frühjahr vereinbarten Pünktlichkeitsoffensive und arbeiten an weiteren Verbesserungen.“
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