Mehr Paten für Migrantenkinder in Hamburg gesucht

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Mehr als 100 Ehrenamtliche trafen sich im Michel zum Austausch Foto: Flüß
 
Bauen Landungsbrücken für Paten: Lena Blum, Bürgerstiftung, Thomas Albrecht vom Mentor.Ring Hamburg und Birgit Schäfer, Bürgerstiftung Hamburg (v.l.) Foto: Flüß

Bürgerstiftung und Mentor-Ring wollen Patenschaften stärken

Von Miriam Flüß
Hamburg
Patenschaften wirken. Diese Erfahrung hat Birgit Schäfer, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Hamburg, gemacht. Sie bringt in dem Mentorprojekt „Yoldas“ Kinder mit Migrationshintergrund und ehrenamtliche Paten zusammen. Ebenso wie Thomas Albrecht aus dem Vorstand des Vereins Mentor-Ring Hamburg, der seit 2008 Patenschaften für Kinder und Jugendliche vermittelt und betreut. Für das neue Projekt „Landungsbrücken für Geflüchtete – Patenschaften in Hamburg stärken“ haben sie sich nun zusammengeschlossen. In der Integration und dem respektvollen Umgang miteinander sieht Schäfer nun, nachdem Tausende Geflüchtete in Hamburg Schutz gefunden haben, den „nächsten großen Schritt.“ Dabei sollen die etablierten Paten- und Mentoringprojekte auf Geflüchtete ausgeweitet werden und die zahlreichen Patenschaftsprogramme, die sich von Ehrenamtlichen rund um die Hamburger Flüchtlingsunterkünfte gegründet haben, vernetzt und gestärkt werden. Das Angebot der Landungsbrücken soll sowohl Fortbildungen, professionelle Beratungen als auch finanzielle Förderung umfassen.

Supervisions-Angebot


Das Ehrenamt als Pate wird als große Bereicherung empfunden. Diese Rückmeldung erhalten die Bürgerstiftung Hamburg und der Verein Mentor-Ring Hamburg von ihren Freiwilligen immer wieder. Dass es aber auch eine große Herausforderung hinsichtlich des verfügbaren Zeitrahmens, zwischenmenschlichen Konflikten, belastenden Schicksalen und psychischer sowie physischer Überforderung sein kann, soll im Projekt Landungsbrücken auch in den Fokus genommen werden. „Die Paten beginnen meistens enthusiastisch und hoch motiviert. Wir möchten das Bewusstsein schaffen, dass dieses Engagement auch Grenzen hat. Niemand kann und muss alles schaffen“, so Birgit Schäfer. Über das neue hamburgweite Netzwerk soll deshalb beispielsweise auch eine Supervision für Helfer angeboten werden, regelmäßige Austauschtreffen für freie Paten sowie Kontakte zu professioneller Unterstützung in Asylrechtsfragen und ähnlichem. Mehr als 100 Ehrenamtliche aus der Flüchtlingshilfe kamen Anfang April auf Einladung der Bürgerstiftung in den Michel und tauschten sich aus. „Von dem Treffen haben wir eine lange Liste mit Hausaufgaben mitgenommen, wo die Bedürfnisse der Ehrenamtlichen sind“, so Lena Blum, Landungsbrücken-Projektleiterin in der Bürgerstiftung.

1:1-Beziehung


„Seit Anfang des Jahres ist das Engagement für Flüchtlinge rückläufig. Das hängt sicher auch mit den Ereignissen in Köln zusammen“, hat Blum beobachtet. Auch deshalb ist der Bürgerstiftung das Projekt Landungsbrücken, das mit 250.000 Euro vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird, zu diesem Zeitpunkt so wichtig. „Wir möchten bürgerschaftliches Engagement stärken“, so Birgit Schäfer. „Wir erleben bei den Kindern und Jugendlichen, die einen Paten haben, schon innerhalb eines Jahres Fortschritte im sozialen Verhalten. Die 1:1-Beziehung ist unglaublich wirksam, weil sie frei von Rollenzwängen ist“, erklärte Thomas Albrecht und machte auf ein weiteres dringendes Problem aufmerksam: „Von den unbegleiteten Flüchtlingen werden demnächst 500 volljährig. Sie müssen dann in Großunterkünfte umziehen, in denen ein Betreuer für 80 Geflüchtete zuständig ist.“ Das Projekt Landungsbrücken richtet sich an Patenprojekte von Flüchtlingsinitiativen, Mentoren und Patenprojekten von Vereinen und Stiftungen, freie Paten ohne Anbindung an eine Organisation und Patenprojekte in der Gründungsphase.

Weitere Infos: Bürgerstiftung Hamburg, Telefon: 87 88 969 61
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