Mitreden am Mühlenkamp

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Initiative „Unser Mühlenkamp“ hat große Pläne für den Mühlenkamp. Am liebsten hätten Anwohner und Geschäftsleute eine breite, einladende FlaniermeileFoto: Gemeinholzer

Bezirk gibt 20.000 Euro für Planungswerkstatt. Termin unklar

Von Anne Gemeinholzer
Winterhude. Auch wenn der Verkehr noch häufig steht: Es bewegt sich was in punkto Mühlenkamp. Die Planungswerkstatt, die sich Anwohner und Geschäftsleute zur Lösung der Verkehrsprobleme und Attraktivitätssteigerung der Flaniermeile wünschen, kommt. In der Bezirksversammlung gab schließlich auch die SPD-/FDP-Koalition ihr O.K. – und die benötigten Mittel frei: 20.000 Euro. Allerdings herrscht durch die monatelange Verzögerung nun enormer Termindruck, denn die Sommerpause für die Politiker steht bevor.

Termindruck

Ob sie mit ihren Vorschlägen zur Schönheitskur für die Geschäftsstraße überhaupt noch zum Zuge kommen, war für die Anwohner von der Initiative „Unser Mühlenkamp“ vor der jüngsten Bezirksversammlung bis zuletzt unklar. Denn zurzeit laufen bereits die Planungen für die Busbeschleunigung am Mühlenkamp. Durch die Verzögerung im Bezirksparlament war nicht sicher, ob sich beide Planungsaktivitäten überhaupt noch zusammenführen lassen. Initiativen-Sprecher Bernd Kroll setzte sich in der Bezirksversammlung dafür ein und hakte im Regionalausschuss vorige Woche nochmals nach. Mit Erfolg: „Unser Vorschlag wurde aufgegriffen, dass die gleiche Firma die Planungswerkstatt durchführt, die schon die Busbeschleunigung am Mühlenkamp plant“, freut sich Kroll. „Zurzeit läuft mit dem Planungsbüro die Terminabstimmung.“ Zeitnah einen ersten Termin für die Planungswerkstatt zu finden, dürfte allerdings schwierig werden. Denn die sitzungsfreie Zeit für die Bezirkspolitiker naht. Die Planungswerkstatt am Anfang der Sommerpause durchzuführen, wie Christoph Ploß (CDU) vorgeschlagen hatte, lehnte eine Mehrheit im Regionalausschuss schon einmal ab. Unrealistisch ist ein kurzfristiger Termin für die Werkstatt wohl auch aufgrund der Vielzahl der Akteure, die daran beteiligt werden sollen.

Großer öffentlicher Druck

Bei der Planungswerkstatt mitreden können neben den Anwohnern und Gewerbetreibenden am Mühlenkamp auch die Kitas, Kirchen und Schulen vor Ort. Außerdem sollen – wie schon beim Runden Tisch zum Mühlenkamp – Vertreter aus der Politik, vom Bezirksamt und der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation ebenso beteiligt sein wie Experten von HVV, ADAC und ADFC. Um das Beteiligungsverfahren durchzuführen, stellt die Bezirksversammlung bis zu 20.000 Euro bereit. Für Irritationen sorgte dabei, dass die SPD-/FDP-Koalition kurzfristig vor der Bezirksversammlung noch einen eigenen Antrag für die Planungswerkstatt eingereicht hatte. Denn CDU, Grüne und Linke hatten bereits im Februar einen gemeinsamen Antrag dazu gestellt – und im Vorfeld auch die Regierungskoalition mit ins Boot holen wollen.
Den Weg freigemacht für die Planungswerkstatt hat offenbar auch der große öffentliche Druck. Der Initiative „Unser Mühlenkamp“ ist es gelungen, innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Geschäftsleute hinter sich zu scharen und für abgestimmte Verschönerungsaktionen am Mühlenkamp zu gewinnen.

Gestaltungskonzept

„Wir entwickeln zurzeit ein Gestaltungskonzept für den Mühlenkamp“, berichtet Kroll. Angedacht ist etwa ein einheitlicher hochwertiger Plattenbelag für die Gehwege. „Wenn die privaten Grundbesitzer sich dafür entscheiden, wird der gesamte Mühlenkamp aussehen wie aus einem Guss“, wirbt Kroll. Auch unterirdische Müllbehälter könnten die Flaniermeile bald aufgeräumter aussehen lassen. Der Initiativen-Sprecher: „Inzwischen kommen vom gesamten Mühlenkamp Grundeigentümer auf uns zu. Weil es jetzt einen Beschluss der Bezirksversammlung gibt, glauben sie daran, dass es was wird mit der Planungswerkstatt“, so Kroll.
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