Motten fürs Bezirksamt

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Protestaktion der Bürgerinitiative Foto: wb

Bürgerinitiative protestiert mit Plakaten und Larven gegen Baumfällung

Eppendorf Bei einer Protestaktion gegen die Fällung der drei Kastanien vor dem früheren Restaurant Tre Castagne übergaben am Montag die Bürgerinitiative „Wir sind Eppendorf“ und der Naturschutzbund Nabu dem Bezirksamt einen Sack voller Laub.
Das Laub stammt von den Kastanien und soll mit Miniermotten verseucht sein. Hintergrund der Aktion ist ein sechs Jahre altes Gutachten, auf das sich Bezirksamtsleiter Harald Rösler beruft. Demnach seien die Bäume von Miniermotten befallen und nicht mehr zu retten. Der Nabu und die Initiative kritisieren das Baumgutachten als einseitig und „bauherren-freundlich“. In der Vergangenheit sei zu wenig für den Erhalt der Bäume getan worden. In einem aktuellen Gutachten hatte der Nabu zudem festgestellt, dass die Kastanien erhaltenswert seien.

„Hallo Herr Rösler, anbei ein Sack Laub mit den Larven der Miniermotte, unter denen die Kastanien leiden. Das wäre Ihr Job gewesen!“ Bürgerinitiative Wir sind Eppendorf

Nachdem Baumgutachter bereits 2009 einen Miniermottenbefall bei den Kastanien feststellten, hätten laut Nabu Sofortmaßnahmen ergriffen werden müssen, um eine weitere Schwächung der Bäume durch den Befall sowie eine weitere Ausbreitung der Schädlinge zu verhindern. Solche Maßnahmen sind zum Beispiel die Versorgung mit ausreichend Wasser und Nährstoffen. Laut Pflanzenschutzamt Berlin ist die Laubentfernung die einzig praktikable Bekämpfungsmethode, um die überwinternden Miniermottenpuppen nachhaltig zu entfernen.

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Bezirkschef Harald Rösler war am Montag nicht in Hamburg und konnte den Laubsack nicht persönlich annehmen. Zu dem Thema will er sich nicht mehr äußern. (wb)
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