Mühlenkamp: Abbiegen nach links in die Gertigstraße bald tabu

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Linksabbiegen aus dem Mühlenkamp in die Gertigstraße wird voraussichtlich bald nicht mehr möglich seinFoto: Hanke

Anwohner sauer. Einbahnregelung in der Preystraße soll umgekehrt werden. Einigkeit gab's im Regionalausschuss nur in einem Punkt

Von Christian Hanke

Hamburg. Der Mühlenkamp im Mittelpunkt: Auch die letzte Sitzung des Regionalaussschusses Eppendorf/Winterhude, dessen dominierender Tagesordnungspunkt wieder einmal die geplanten Veränderungen in der Geschäfts- und Wohnstraße im Osten Winterhudes war, musste in eine Halle verlegt werden, damit die diesmal rund 300 Gäste der Sitzung folgen konnten, die dieses Mal im Goldbekhaus stattfand. Wieder kam es zu einer teilweise lebhaften Diskussion.

Aber immerhin: die Ausschussmitglieder hatten inzwischen über einige wesentliche Knackpunkte Einigkeit erzielt. So ist inzwischen für alle Fraktionen Konsens, dass die Bushaltestelle Gertigstraße stadtauswärts nicht, wie ursprünglich im Rahmen des Busbeschleunigungsprogramms vorgesehen, vor die Einmündung Gertigstraße zurückverlegt wird. Auch die „unechte“ Einbahnstraße in der Gertigstraße ist vom Tisch. Alle Fraktionen beschlossen einstimmig, dass zumindest aus Richtung City weiterhin rechts in die Gertigstraße abgebogen werden darf. Strittig ist dagegen das Linksabbiegen. Der Ausschuss beschloss diese Regelung aufzuheben - gegen die Stimmen der CDU und gegen die Mehrheit der anwesenden Anwohner, die diese Entscheidung mit Unmutsäußerungen und reihenweisen Verlassen des Saals quittierten.

Einigkeit besteht unter Kommunalpolitikern und Anwohnern in der Forderung nach Tempo 30 für Mühlenkamp und Gertigstraße sowie nach Fahrradwegen auf beiden Straßenseiten des Mühlenkamps. Beide Anliegen wurden einstimmig beschlossen.
Kontrovers diskutiert wurde dagegen ein neuer Vorschlag der SPD, der bei der CDU auf Ablehnung stieß.

Die Sozialdemokraten setzten mit ihrer Mehrheit eine Umkehrung der Einbahnrichtung in der Preystraße durch, die ebenfalls nicht die Zustimmung der anwesenden Anwohner fand. Begründung der SPD: Schleichverkehr durch die Preystraße und damit durch das Wohngebiet am Schinkelplatz, der nach der Aufgabe des Linksabbiegers vom Mühlenkamp in die Gertigstraße droht, soll unterbunden werden. „Das Schlupfloch Preystraße darf nicht offen gelassen werden“, begründete der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Domres den Vorstoß seiner Partei.

Die CDU protestierte. Ihr Abgeordneter Christoph Ploß machte darauf aufmerksam, dass es nach den SPD-Plänen nur noch eine Möglichkeit gäbe, vom Poelchaukamp/Mühlenkamp in die Barmbeker Straße zu gelangen, durch die schon jetzt viel befahrene Semperstraße. Von Anwohnern und CDU auch nicht begrüßt wurde das Votum der SPD für die geplante Verlängerung der Metrobuslinie 15 von der Alsterchaussee über Mittelweg, Fernsicht, Poelchaukamp, Mühlenkamp, Gertigstraße oder Hans-Henny-Jahnn-Weg nach Barmbek. Die Grünen und die Linken enthielten sich der Stimme. Kritik der Anwohner fing sich die SPD außerdem bei ihrem Beschluss ein, die Bushaltestelle Gertigstraße stadtauswärts in Richtung Preystraße zu verlängern, damit dort zwei Gelenk- und womöglich auch Doppelgelenkbusse halten können. Doppelgelenkbusse, die bislang nur auf der Linie 5 verkehren, wurden von vielen Gästen und von der Initiative Unser Mühlenkamp als ungeeignet für diese Straße empfunden.

Mit der Mehrheit der SPD wurde außerdem beschlossen, für die Umbauten des Mühlenkamps baumschonende Lösungen zu finden - die CDU plädierte für die Erhaltung aller Bäume - und die Parkplätze nur von 19 bis 9 Uhr gebührenfrei zu belassen. Roland Hansen, im Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer zuständig für die Busbeschleunigung, schrieb die Beschlüsse des Regionalausschusses eifrig mit. Sie dienen nun als Grundlage für die weitere Planung der Busbeschleunigung im Mühlenkamp.

Wenn diese Planung abgeschlossen ist, muss sie im Regionalausschuss noch einmal vorgestellt werden. Auch das beschloss der Ausschuss in dieser antragsreichen Sitzung. (ch)
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