Nachwuchs dringend gesucht

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Gabriele Erhardt aus dem Vorstand des Bürgervereins lässt sich von Bernd Haß in die Geschichte des Goldbekhauses einweihen Foto: wb

Winterhuder Bürgerverein von 1872 will sich verjüngen und das Gewerbe fördern

Von Miriam Flüß
Winterhude
„Wir wollen Menschen, Vereine und Verbände in Kontakt bringen. Es ist gut, wenn man sich kennt“, begrüßte Jenspeter Rosenfeldt, Vorsitzender des Bürgervereins Winterhude am 28. Juni zum Sommerempfang Mitglieder, Winterhuder Gewerbetreibende, Bürgernahe Polizeibeamte, Politiker wie den SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Domres und Vertreter von Sportvereinen, Goldbekhaus, Planetarium und Stadtparkverein. Rund 300 Mitglieder hat der 1872 gegründete Verein derzeit, die Altersstruktur liegt zwischen 60 und 70 Jahren. Mit Veranstaltungen wie dem herbstlichen Laternenumzug oder dem Weißen Dinner, das am 20. August wieder am Winterhuder Kai stattfinden wird, will man sich verjüngen. Rund 2.000 Menschen strömten im vergangenen Jahr zu dem stilvollen Picknick, aber die Motivation einem Verein beizutreten und „einfach mal mitzumachen“ würde weniger, beobachtet der zweite Vorsitzende Oliver Lay. „Wir möchten dem sozialen Leben im Stadtteil Unterstützung leisten und demokratisches Bewusstsein fördern“, so Rosenfeldt. Deshalb kümmere man sich auch schon seit geraumer Zeit um den verwahrlosten Lattenkampplatz: „Das könnte ein Kleinod sein, hat aber wenig Aufenthaltsqualität“, so Rosenfeldt. Es würden Gespräche mit Gastronomen, Stadtteil-Akteuren und der Hafen City Universität geführt, die bald zu konkreten Projekten führen sollen. Historisches Bildmaterial hatte Bernd Haß, Geschäftsführer des Goldbekhauses mit in die Haspa gebracht, die ihre Räumlichkeiten für den Empfang zur Verfügung stellte. Das Kulturzentrum feiert in diesem Jahr 35. Jubiläum und Haß gab einen ausführlichen Einblick in die Ursprünge des Gebäudes, als die Chemie-Firma Schülke & Mayr dort das Desinfektionsmittel Lysol herstellte, das in der Hamburger Cholera-Epidemie von 1892 zum Einsatz kam. Auch die Förderung des Gewerbes hat sich der Bürgerverein auf die Fahne geschrieben und lädt Geschäftsleute regelmäßig zum Austausch ein. Besonders die Attraktivitätssteigerung des Winterhuder Marktplatzes hat der Verein im Blick: „Wir haben dort keinen Weihnachtsmarkt, noch nicht einmal einen Glühweinstand“, bedauert Oliver Lay. „Wir müssen Flagge zeigen“, weiß Doris Gayk, die seit sechs Jahren ein Schuhgeschäft in der Hudtwalckerstraße führt. Das individuelle Angebot der Einzelhändler würde zwar geschätzt, gekauft würde aber oft online oder bei Ketten. Um die Kunden an ihren Kiez zu binden setzt sich Gayk mit anderen Gewerbetreibenden für mehr Attraktivität rund um den Winterhuder Markt ein und initiiert Aktionen wie das Mitsommer-Shoppen. Von der Idee einer Vereins-Gründung, die noch im vergangenen Jahr diskutiert wurde, haben die Gewerbetreibenden jedoch Abstand genommen.

Weitere Informationen über den Winterhuder Bürgerverein unter www.winterhuder-buergerverein.de
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