Naturschutzgebiet erweitert

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Auwald-, Moor- und Wasserbiotope im Eppendorfer Moor: Keine andere deutsche Großstadt hat ein so zentral gelegenes Naturschutzgebiet Foto: Haas

Nabu: „Pflege des Eppendorfer Moores nicht gesichert“

Groß Borstel Das Naturschutzgebiet Eppendorfer Moor wurde erweitert: von 15,3 auf 26 Hektar. Eine Senatsentscheidung bestätigte jetzt den Beschluss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord von 2012. Zuvor schon waren umgewidmete Kleingartenflächen am Weg 173 in umfangreichen Baumaßnahmen eingeebnet und renaturiert worden, zudem wurde die Waldfläche entlang der Alsterkrugchaussee dem Naturschutzgebiet angegliedert (das Wochenblatt berichtete). „Auch nach seiner Erweiterung ist das Eppendorfer Moor eines unserer kleinen Naturschutzgebiete, es hat aber besondere Bedeutung“, erklärte Umweltsenatorin Jutta Blankau (SPD). Es zeige, „dass wir hier Grün und Natur behalten und entwickeln wollen. Damit schützen wir mitten in der Stadt einen Landschaftstyp, der längst auch auf dem Land äußerst bedroht ist“, so Blankau weiter. Auch heute noch besitze das Schutzgebiet einen hohen Stellenwert als Lebensraum moortypischer Tier- und Pflanzenarten, und keine andere deutsche Großstadt habe ein so zentral gelegenes Naturschutzgebiet.

Lob und Kritik vom Nabu


Der Nabu Hamburg begrüßte die Erweiterung des Naturschutzgebietes Eppendorfer Moor. Zu bemängeln sei allerdings, dass mit der Erweiterung nicht auch zugleich der Etat für Pflege und Entwicklung des Gebietes als Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen angehoben habe. „Daran spart der Senat“, kritisiert der Nabu-Vorsitzende Alexander Porschke. „Rechtzeitig zum Wahlkampf“ habe die SPD für den Naturschutz zusätzlich 200.000 Euro beantragt, jedoch auf zwei Jahre begrenzt. Nach Berechnungen des Senats würden 170 Euro pro Hektar Naturschutzfläche benötigt, selbst mit der Mittelaufstockung stünden aber nur 80 Euro pro Hektar zur Verfügung, also etwa die Hälfte der nötigen Mittel. Grund genug zum Handeln hat der Senat: 35 Prozent der Brutvögel sowie ein hoher Prozentsatz von Libellen, Schmetterlingen, Reptilien- und Amphibienarten im Moorsind als gefährdet eingestuft. (wh)
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