Neu: Asyl bei „Pehmöllers“

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In Pehmöllers Garten ist eine Flüchtlingsunterkunft geplant Foto: geoportal-hamburg.de

Wochenblatt erfuhr exklusiv: Erstaufnahme für 600 Flüchtlinge geplant

Von Christian Hanke
Groß Borstel/Eppendorf
Auf der Grünfläche Pehmöllers Garten an der Ecke Papenreye / Borsteler Chaussee ist nach Informationen des Hamburger Wochenblattes eine Zentrale Erstaufnahme (ZEA) für Flüchtlinge geplant. Dort sollen insgesamt 600 Plätze entstehen. Die Stadt habe das Gelände gekauft, wie Tom Oelrichs, der stellvertretende Leiter des Bezirksamtes Nord, dem Wochenblatt sagte. Pläne für eine Flüchtlingsunterkunft bestätigt die Innenbehörde bisher nicht offiziell. Bei internen Planungen wird der Standort von den Mitarbeitern jedoch bereits berücksichtigt. Holzhäuser sollen gebaut werden. Das Bezirksamt Hamburg-Nord zeigt sich vom Bau einer Flüchtlingsunterkunft dort nicht angetan. „Wir hätten von einem Kauf abgeraten. Diese Fläche hätten wir als letzte für eine Flüchtlingsunterkunft gegeben“, kommentiert Tom Oelrichs den Kauf von Pehmöllers Garten durch die Stadt, deutlich verärgert darüber, dass das Bezirksamt nicht über die Kaufabsicht informiert wurde.

Als Grünfläche gedacht


Pehmöllers Garten soll nach dem derzeit gültigen Bebauungsplan Groß Borstel 6 als Grünfläche erhalten bleiben. Sollte also eine Erstaufnahme-Unterkunft geplant sein, ginge das nur durch das Polizeirecht oder der B-Plan müsste geändert werden. Der ehemalige Lustgarten des Senators Christian Nikolaus Pehmöller (1769-1845) hatte in den vergangenen Jahren mehrfach den Besitzer gewechselt, war verwildert und verkommen. Der letzte Eigentümer beabsichtigte, ein Hotel in dem Garten zu errichten.
Die Flüchtlingsdebatte wird in Hamburg-Nord leidenschaftlich und teilweise laut geführt. Massenunterkünfte oder leerstehende Wohnung - welche Behausungen eignen sich jetzt sofort besser für die vielen Einwanderer? Diese Frage polarisierte in der jüngsten Bezirksversammlung und in einer Debatte der Flüchtlingshilfe Eppendorf, an der Kommunalpolitiker und Tom Oelrichs teilnahmen.
Aufreger war unter anderem eine kürzlich vom Grundeigentümerverband genannte Zahl von 3.000 Hamburger Wohnungen, die Besitzer für Flüchtlinge zur Verfügung stellen könnten. Das Bezirksamt Hamburg-Nord hält diese Wohnungen nach ersten stichprobenartigen Überprüfungen für nicht geeignet, weil sie sich in einem sehr schlechten Zustand befänden. Einzelne leer stehende Wohnungen und Gewerbeflächen nützen bei der Masse von Flüchtlingen nichts, lautet das Fazit der meisten Fraktionen. Nur die Linke will über leerstandmelder.de leerstehende Gebäude zwecks Nutzung überprüfen lassen. Zur Frage Massenunterkünfte oder leer stehende Wohnungen sagte Dorle Olszewski von den Piraten: „Das eine schließt das andere nicht aus.“

Geld für Sportangebote


Zwei Anträge zur Flüchtlingsfrage wurden positiv entschieden. SPD und Grüne beantragten erfolgreich, dass die Bezirksversammlung 100.000 Euro für Sportangebote für Flüchtlinge bereitstellt und dass die Behörden zeitnah Schutzräume für weibliche Flüchtlinge einrichten mögen.

Wer sich für Flüchtlinge im Stadtteil engagieren möchte, kann sich an die Flüchtlingshilfe in Eppendorf wenden unter ggrone@iworld.de
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8 Kommentare
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Manuela Golz aus Alsterdorf | 10.11.2015 | 15:54  
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Peter Petersen aus Groß Borstel | 10.11.2015 | 17:12  
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Birgit Langendorf aus Groß Borstel | 11.11.2015 | 16:47  
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Peter Petersen aus Groß Borstel | 12.11.2015 | 11:39  
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eitreb bertie aus Groß Borstel | 12.11.2015 | 12:02  
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Melanie Reiling aus Klein Borstel | 13.11.2015 | 11:32  
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Birgit Langendorf aus Groß Borstel | 13.11.2015 | 17:28  
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