Neue Dahlie heißt Parsifal von Pallandt

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Parsifal von Pallandt im Dahlienmeer: die neueste Kreation wurde nach ihm benannt Foto: Anne Fleck
 
Durch Urkunde bestätigt: die Dahlienneuzüchtung auf den Namen Parsifal von Pallandt Foto: Anne Fleck

Wahl-Hamburger ist Namensgeber für aktuellste Blumenzüchtung im Altonaer Dahliengarten

Von Christian Hanke
Harvestehude
Sie ist lilarosa, ihr Blütendurchmesser beträgt 20 Zentimeter und sie trägt einen wohlklingenden Namen: die neue Züchtung im Altonaer Dahliengarten. Sie wurde kürzlich mit Champagner auf den Namen Parsifal von Pallandt getauft. Das ist nicht etwa der Name eines edlen Ritters oder Fürsten aus vergangenen Zeiten. Der Namensgeber weilt unter uns, wohnt in Harvestehude und er nahm die Taufe selbst vor. „Diese Dahlie ist mir sofort ins Auge gesprungen, als ich sie in der Gärtnerei Wagschal sah, worauf ich beschloss, sie in meinem Online-Shop anzubieten“, erzählt der bekennende Dahlienliebhaber von Pallandt. Daraufhin wurde er gleich zum Namensgeber und Taufpaten auserkoren und steht nun in einer Reihe mit äußerst prominenten Vorgängern wie Heidi Kabel, Loki Schmidt, Steffi Graf, John Neumeier, Franz Beckenbauer oder Uwe Seeler. Wer ist der Mann mit dem schillernden Namen, nach dem eine Dahlie benannt wurde, die ab dem nächsten Frühjahr in aller Welt verkauft wird – für vier Euro das Stück? Über seine aristokratische Vergangenheit schweigt er. Mit ihr verbindet sich für ihn nicht nur Gutes. Nur so viel: der Name ist echt, keine Künstleridee, wie man denken könnte, denn von Pallandt ist ein kreativer Kopf: Image- und Wohnberater und Personal-Shopper. Parsifal von Pallandt ermuntert seine Kunden gern, „etwas Neues zu wagen“. Oft kommen sie zu ihm, weil sie sich in eingefahrenen Wegen nicht mehr wohl fühlen. Dann fügt der Berater aus den Wünschen der Kunden etwas Neues, für sie Passendes zusammen. Mode und Design haben ihn schon von Kindesbeinen an fasziniert. Seine Familie besaß ein Textilgeschäft im Emsland. „So konnte ich bereits in frühen Jahren die wunderbare Welt der Farben und Formen intensiv kennen lernen“, ist auf seiner Homepage zu lesen. „Mit 18 Jahren bin ich nach Düsseldorf geflüchtet“, erzählt Parsifal von Pallandt. Er ließ sich zum Textilkaufmann ausbilden, begann mit 20 bei Giorgio Armani in Düsseldorf. Es folgten Ein- und Verkauf bei Prada, später Chanel. Dann wollte er selbst kreativ werden, machte sich mit den Beratungen selbstständig, die er noch heute ausübt. Zehn Jahre lebte er in seiner Lieblingsstadt Wien. Dann entdeckte er „Potenzial“ in Hamburg. Und Namen auf Straßenschildern, die da, seiner Ansicht wegen der Nazi-Vergangenheit ihrer Träger nicht hingehörten. Stattdessen entdeckte der eifrige Rechercheur verdiente Hamburger, denen zu Unrecht eine Ehrung auf Straßen- oder anderen Schildern versagt geblieben war. In einem Fall konnte er beides erfolgreich miteinander verbinden. Die Schottmüllerstraße in Eppendorf, 1937 nach dem der NSDAP beigetretenen UKE-Arzt Hugo Schottmüller benannt, wurde 2014 nach Pallandts Vorschlag nach der Widerstandskämpferin Oda Schottmüller umbenannt, die 1943 hingerichtet wurde. Eine Straßenbennenung hätten, so von Pallandt, auch die in Hamburg geborene Schauspielerin und Sängerin Anny Ahlers, die in Berlin als Operetten- und Filmstar Karriere machte und 1933 in London Selbstmord beging, oder der ebenfalls in Hamburg geborene Architekt, Maler und Designer Peter Behrens (1868-1940) verdient. „Es macht uns doch aus, dass nichts vergessen wird. Die Geschichte muss wach gehalten werden, auch damit sie sich nicht wiederholt“, findet von Pallandt, der Hamburg aber spätestens in zwei Jahren wieder verlassen will. München ist sein Ziel. Der nicht gerade schweigsame von Pallandt hat bei aller Liebe mit Hamburg eben auch so seine Schwierigkeiten.
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