Neue Flüchtlingscontainer in Eppendorf?

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Im Seelemannpark könnten demnächst Container für rund 80 Flüchtlinge aufgestellt werden. Für das Bezirksmat eine „verträgliche Lösung“ Foto: Hanke
 
Kabarettist Nils Loenicker hält eine Flüchtlingsunterkunft „im Schatten der Kirche“ für sehr geeignet Foto: Hanke

Seelemannpark und Lokstedter Weg sind in der Diskussion als neue Standorte in Hamburg

Von Christian Hanke
Eppendorf
Wieder ist Eppendorf im Gespräch für die Unterbringung von Flüchtlingen. Zwei Standorte im Stadtteil wurden im Rahmen der Aktion „Finding Places“ vorgeschlagen und vom Zentralen Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) erst einmal akzeptiert: der Seelemannpark und die Außenfläche des Spielhauses Lokstedter Weg. Über „Finding Places“ können Stadtteilbewohner Standorte für Flüchtlingsunterkünfte vorschlagen. Zur Überraschung von Politikern und Verantwortlichen für die Flüchtlingsunterbringung, schlägt die Bevölkerung auch Flächen vor, die bislang als tabu galten: Parks und Spielflächen für Kinder. Beide Eppendorfer Flächen, die jetzt in der Diskussion sind, betreffen Kinder, denn im kleinen Seelemannpark an der Heilwigstraße, direkt neben der Johanniskirche, befindet sich ein Spielplatz. Nur deshalb hat Pastor Martin Hoerschelmann von St. Johannis Bedenken. „Da muss eine Regelung gefunden werden“, sagt der Pastor, der ansonsten kein Problem mit vermutlich bis zu 80 Flüchtlingen in Containern im Seelemannpark hätte: „Das steht uns als Kirche gut an.“ Das sehen auch Nils Loenicker und Jan-Peter Petersen, das Kabarettduo Alma Hoppe, vom nahe liegenden Lustpielhaus so. „Im Schatten der Kirche ist Nächstenliebe gar nicht plastischer abzubilden“, kommentiert Nils Loenicker den Vorschlag Seelemannpark.

Aktion Finding Places


Wie schon geschehen würde Alma Hoppe auch Helfer einer möglichen Flüchtlingsunterkunft Seelemannpark zu Vorstellungen ins Lustspielhaus einladen. Kein Problem mit Flüchtlingen schräg gegenüber hätte auch Galeristin Yoanna Dähne von der Galerieka-Galerie. „Mir ist egal, wer da lebt. Solange sie friedlich bleiben, ist alles gut“, so die Galeristin. Auf vehemente Ablehnung stösst dagegen der Standort Spielhaus Lokstedter Weg bei der Leitung des Spielhauses, das sich gerade in der Umwandlung in eine Kindertagesstätte befindet. „Das können wir uns gar nicht vorstellen. Das wäre eine Katastrophe. Von unseren Strukturen würde viel wegfallen. Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder wären nicht mehr gegeben. Flüchtlingskinder nehmen wir selbstverständlich gern auf. Aber nicht zum Wohnen. Da sind wir uns mit den Eltern einig“, findet Sprecherin Claudia Kampmann deutliche Worte. Auch in Rotherbaum ist eine Fläche für eine Flüchtlingsunterkunft vorgeschlagen und akzeptiert worden. Der Uni-Sportpark an Turmweg, Mollerstraße und Rothenbaumchaussee. Die Idee: Abriss der Turnhalle und Neubau einer Halle mit Flüchtlingsunterkunft und Studentenwohnen mit zusammen bis zu 400 Plätzen. Der Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Nord, Harald Rösler, präferiert von den beiden Eppendorfer Flächen den Seelemannpark. Obwohl es sich um einen Park handelt, hält er die Aufstellung von Containern dort für eine „verträgliche Lösung“, da Eppendorf sonst keine Hilfe für die Unterbringung von Flüchtlingen leisten kann. Die Außenfläche des Spielhauses Lokstedter Weg lehnt auch Rösler als Standort für Flüchtlinge kategorisch ab.

Weitere Infos: Finding Places in Hamburg

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