Neue Kinderklinik ab 2017 in Hamburg

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Kinder der UKE-Kita wurden bei der Präsentation der neuen Kinderklinik von Studierenden in der Verarztung ihrer Stofftiere unterwiesen Foto: Hanke
 
So soll die neue UKE-Kinderklinik aussehenVisualisierung: UKE/wb

UKE baut hochmodernes Krankenhaus, obwohl die Hälfte der nötigen Kapitals fehlt

Hamburg. Jetzt geht es wirklich los: Die schon vor Jahren geplante neue Kinderklinik des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) wird ab Frühjahr 2015 gebaut – und das, obwohl noch rund 35 Millionen Euro der Baukosten fehlen.
Im Herbst 2017 soll eröffnet werden. Das Eckgrundstück Martini- und Frickestraße ist bereits geräumt. Hier wird die neue Kinderklinik mit einer Nutzfläche von 10.449 Quadratmetern nach den neusten Erkenntnissen der Wissenschaft und mit viel Wohlfühlatmosphäre für die kleinen Patienten und ihre Eltern entstehen. „Wir bauen jetzt die modernste Kinderklinik hier im Norden und gleichzeitig eine der modersten Kinderkliniken Europas“, sagte Professor Dr. Christian Gerloff, der stellvertretende ärztliche Direktor und Vorstandvorsitzende des UKE.
130 vollstationäre und 14 teilstationäre Behandlungsplätze sowie drei Operationssäle werden eingerichtet. 152 Betten stehen zur Verfügung, davon 20 in der Kinderintensivstation. Die neue UKE-Klinik wird sich auf schwerste Stoffwechsel- und komplexe Krankheiten spezialisieren und alle Fachleute für die Heilung dieser Leiden unter einem Dach vereinen. Kardiologen, Kinderchirurgen, Nephrologen (Nierenspezialisten), Hepatologen (Leberspezialisten) und Neurologen werden hier Hand in Hand arbeiten. Von den zwei Tageskliniken, die eingerichtet werden, wird eine die einzige onkologische Tagesklinik in der Metropolregion Hamburg sein.

„Wir sind Gastgeber“

Sehr viel Wert legt die neue Leiterin der UKE-Kinderklinik (seit 1. September), Professor Dr. Ania C. Muntau, auf kindgerechte, liebevoll gestaltete Räume und „Komfort in Begleitzimmern“. Spitzenmedizin will die neue Leiterin „mit Geborgenheit in einem ansprechenden Umfeld“ kombinieren. Weil viele Kinder mit schweren Krankheiten lange Zeit in der Klinik verbringen müssen, „brauchen wir Räume, in denen sie Kind sein können“, so Professor Muntau. Chronisch erkrankte Patienten benötigen außerdem eine Schule. Eltern dieser Kinder sollen Räume in der Klinik mit Arbeitsmöglichkeiten wie Computeranschluss geboten werden. „Wir sehen uns als Gastgeber“, definiert Professor Muntau, die neben der medizinischen Heilung auch die seelische der kleinen Patienten und ihrer Eltern im Auge hat: „Die moderne Kinderklinik muss die Familie wieder zusammenführen.“
Alle diese Vorhaben haben ihren Preis. Die neue Kinderklinik wird 69,5 Millionen Euro kosten. Erst rund die Hälfte dieser Summe ist finanziert. Rund 20 Millionen Euro gibt die Stadt. Etwa 15 Millionen Euro sind durch Spenden, unter anderen von Unternehmer Michael Otto und der Fördergemeinschaft Kinderkrebszentrum Hamburg, zusammengekommen. Eine Renovierung der alten Kinderklinik wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen. Auf dem Baufeld wurde ein Spendenbaum aufgestellt, den man mit Münzen und Scheinen speisen kann. Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt, Professor Dr. Christian Gerloff und andere in den Bau Involvierte spendeten schon einmal. Und Medizinstudenten eröffneten schon mal die Teddybärenklinik auf dem Baustellengelände, in der Kinder der UKE-Kita fachgerecht darin unterwiesen werden, wie sie ihre Stofftiere verarzten können. (ch)
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