Neue Skyline am Stadtpark

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Über allen Wipfeln herrscht... ein großer Bau! Von der Planetariumsplattform sieht man das neue Quartier gut Foto: Haas
 
Blick aus dem „Wohnturm“ aufs Planetarium - so wirbt Engel& VölkersFoto: Engel&Völkers/wb

Das größte Wohnungsbau-Areal Hamburgs verändert An- und Aussichten

Hamburg. Das neue Gemäuer hat gigantische Ausmaße. Riesig ragt es am Horizont. Von der Aussichtsplattform des Planetariums in östlicher Richtung aus wird es deutlicher: Über den Baumwipfeln des Stadtparks erhebt sich eine neuartige Skyline.Erst kürzlich fand das Richtfest des Wohn- und Geschäftshauses im neuen „Stadtpark Quartier“ statt. Projektentwickler Engel & Völkers feierte zusammen mit der Quantum Immobilien Kapitalverwaltungsgesellschaft als Käufer.
Der L-förmig angelegte Bau setze sich aus einem sechsgeschossigen Sockelgebäude und einem zwölfgeschossigen Turm zusammen, teilt eine Sprecherin von Engel & Völkers mit. Es biete Raum für 100 Mietwohnungen, 880 Quadratmeter Gewerbefläche und etwa 95 Stellplätze. Wer hoch oben residiert, genießt künftig schöne Aussichten – über den Stadtpark bis hin zur Elbphilharmonie.

850 Wohnungen

Weniger sichtbar vom Stadtpark aus, verdeckt von hohen Bäumen, herrscht zwischen Saarlandstraße, Alte Wöhr und Hellbrookstraße weiter reger Betrieb: Wohngebäude auf 16 Baufeldern mit insgesamt 50.000 Quadratmetern, von unterschiedlichen Bauträgern und Projektentwicklern sind noch in Arbeit oder stehen kurz vor der Fertigstellung. Bis 2016 soll das „Stadtpark Quartier“ rund 850 Wohnungen auf dem Areal des alten Güterbahnhofs beherbergen. Eine beträchtliche Anzahl von Eigentumswohnungen ist bereits verkauft. Gastronomie, Einzelhandel und Kita sind in Arbeit. Eines der beiden öffentlich geförderten Mietwohngebäude, erworben vom städtischen Konzern SAGA GWG, wird bereits bewohnt. Das zweite soll im September bezugsfertig sein: ebenfalls „bezahlbarer Wohnraum“ mit erschwinglichen Mieten.

„Kompakte Quartiere“

Bereits 2007 hatte der US-Investor AIG Global Real Estate den alten Güterbahnhof Barmbek mit dem Joint-Venture-Partner Triple iii erworben. Doch überzogene Preisvorstellungen im Mietwohnungsbau und zu große Grundrisse hatten die Vermarktung der Grundstücke ausgebremst.
Lediglich 154 Eigentumswohnungen entstanden im damals groß angekündigten Projekt „Park Lane Winterhude“ ab 2008. Nach jahrelangem Stillstand kam die überraschende Wende eines sich abzeichnenden Dramas: Ende 2012 kündigte AIG das Joint Venture mit Triple iii, und startete mit Quantum Immobilien einen neuen Anlauf. Quantum entwickelte das Areal weiter und verkaufte einzelne Baufelder an verschiedene Projektentwickler und Bauträger weiter. 2011 wurde „ein neuer vorhabenbezogener Bebauungsplan Winterhude 45 erarbeitet und hierfür der Bebauungsplan Winterhude 11 /Barmbek-Nord 10 von 2007 stellenweise überplant“, wie Bezirksamtssprecherin Katja Glahn erklärt.
Besondere Freude an der Realisierung der „kompakten Quartiere für Menschen in jeder Lebenslage“ hat jetzt Hans-Peter Boltres, Leiter der Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirksamt Nord. Das Stadtpark Quartier – aktuell „größte zusammenhängende Wohnungsbaustelle Hamburgs“ – wird so doch noch zu einem gemischten Quartier in Nachbarschaft zum Stadtpark. Hier seien „ehrgeizige Neubauziele mit hohem Qualitätsanspruch und Stadtentwicklungszielen in Einklang gebracht worden.“ Sie nütze allen Beteiligten, so das Lob von SAGA GWG Vorstand Dr. Thomas Krebs. Er sieht darin „Maßstäbe für neue Kooperationsformen zur Schaffung von öffentlich geförderten Wohnungen in innerstädtischen Lagen“. Aber Tatsache ist auch - zumindest für aufmerksame Beobachter: Hamburgs Stadtbild verändert sich, die Stadt rückt immer näher an den Park heran... Bedrohlich nah? (wh)
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1 Kommentar
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Michael Kahnt aus Barmbek | 30.06.2015 | 12:24  
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