Ohlsdorfer Straße bleibt gesperrt

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Die Ohlsdorfer Straße bleibt zwischen Winterhuder Markt und Himmelstraße weiterhin nur einseitig befahrbar Foto: Flüß

Bauherr hat eine Verlängerung der Teilsperrung bis Ende Juli beantragt

Winterhude Seit fast einem Jahr ist die Ohlsdorfer Straße stadteinwärts gesperrt, nun geht die baustellenbedingte Verkehrsumleitung in die Verlängerung. Anders als geplant kann der Verkehr nicht ab Mitte Februar wieder in beide Richtungen fließen.
Der Bauherr der 21 Mietwohnungen in der Ohlsdorfer Straße 21 hat beim Polizeikommissariat 33 eine Verlängerung der Teilsperrung beantragt. Eine kleine Anfrage der FDP ergab, dass die Ohlsdorfer Straße bis voraussichtlich Ende Juli weiterhin vom Winterhuder Markt bis zur Himmelstraße nur als Einbahnstraße befahrbar sein wird. Der Verkehr vom Jahnring Richtung Winterhuder Marktplatz wird über die Himmelstraße geleitet. Die Ulmenstraße kann nur von der Barmbeker Straße / Grasweg aus angefahren werden und an der Einmündung Ohlsdorfer Straße nur nach rechts verlassen werden. „Die Verlängerung wurde schon im Oktober vom Bauherrn beantragt“, so Thomas Simoleit vom zuständigen Polizeikommissariat 33. Der sensible und beengte Baugrund aufgrund der angrenzenden denkmalgeschützten Gebäude sei der Grund für die Verzögerung: Rechts von dem Neubauprojekt steht ein Rotklinker-Siedlungsbau von Fritz Höger aus den Jahren 1927/28, links ein Bleicherhaus aus dem 19. Jahrhundert. Im Juli vergangenen Jahres war es auf der Großbaustelle schräg gegenüber der Ohlsdorfer Straße 12 zu einem tragischen Unfall gekommen, bei dem zwei Arbeiter von Erdmassen verschüttet wurden, als die Seitenwand einer Baugrube einbrach. Der Eigentümer des Nachbarhauses, das Risse aufwies und kurzzeitig wegen möglicher Einsturzgefahr evakuiert wurde, erhob schwere Vorwürfe gegen den Bauherrn. „Das LKA Hamburg führt ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen“, so Polizeisprecher Andreas Schöpflin zur Suche nach den Ursachen.

FDP fürchtet Dauerbaustelle


Beim Bauvorhaben der Adolf Weber KG seien laut Unternehmenssprecherin Manja Bender jedoch keine Verzögerungen aufgetreten und die Fertigstellung nach wie vor für den Spätsommer / Herbst 2015 geplant. Auf dem ehemaligen Gelände einer Tankstelle entsteht ein fünfgeschossiges Mehrfamilienhaus mit 21 Mietwohnungen und einer Tiefgarage. „Die Ohlsdorfer Straße darf nicht zur Dauerbaustelle werden. Zusagen müssen eingehalten werden. Die Bürger müssen über die Ursachen der Verzögerung informiert und ein endgültiger Termin zur Aufhebung der Sperrung genannt werden“, fordert Michael Guhr von der FDP Winterhude. Die Anwohner der angrenzenden Straßen hätten erheblich unter den Belastungen von Staus und vermehrtem Verkehrsaufkommen zu leiden. Die Umleitungen der Buslinien 20 und 26 und die Verlegung der Haltestellen in die Hindenburgstraße bedeuteten besonders für die Senioren aus den Wohnstiften oberhalb des Winterhuder Marktplatzes eine große Behinderung. Auch auf die Initiative der Paul-Gerhardt-Gemeinde hin wurde am Jahnring eine Ersatzhaltestelle eingerichtet.
„Allerdings werden hier eine Bank und ein Unterstand, der bei Regen schützt, vermisst, was besonders für Senioren und Menschen mit Behinderung wichtig wäre. Wenn über eine Verlängerung der Busumleitung nachgedacht wird, muss unbedingt auch darüber gesprochen werden“, so Felix Moser, Pastor der Paul-Gerhardt-Gemeinde. (flü)
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