„Paradies“ in Winterhude

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Ingrid Grulke hat den Quartiersmittagstisch mit auf die Beine gestellt, Gast Gerhardt Höpker lässt selten ein Essen aus Foto: flü

Projekt „Winterhuder Tischnachbar“ wird gut angenommen

Winterhude „Das hat Winterhude noch gefehlt!“, findet Gerhardt Höpker. Seit Eröffnung des Quartiersmittagstisches „Winterhuder Tischnachbar“ kommt der Diplom-Soziologe regelmäßig in das Gemeindehaus der Matthäuskirche zum Mittagessen. „Es schmeckt viel besser, als wenn ich selbst koche und ich muss nicht einkaufen und spülen. Außerdem treffe ich hier immer liebe, nette Menschen.“ Seit der Eröffnung im Februar hat der Mittagstisch zahlreiche Stammgäste gewonnen, die montags, mittwochs und freitags zwischen 12 und 14 Uhr zum Essen kommen: „Unter den durchschnittlich 15 bis 20 Gästen sind viele Ältere, aber auch Mütter mit ihren Kindern oder Mitarbeiter des Goldbekhauses. Die Gästestruktur ist bunt gewachsen“, so Ingrid Grulke, die den Tischnachbarn ehrenamtlich seit seiner Planung begleitet. Besonders freut sich die 62-Jährige, dass auch schon Flüchtlinge aus der Wohnunterkunft Opitzstraße zum Essen gekommen sind: „Das ist eine gute Möglichkeit zur Kontaktaufnahme.“ Nach den Sommerferien wollen außerdem Bewohner des Internats der Blindenstiftung am Südring den Mittagstisch unterstützen. Der Tischnachbar bietet mit den frischen Gerichten der Firma Pottkieker nicht nur ein günstiges Mittagessen für vier Euro, sondern an der langen Tafel auch die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen. „Für den Fall, dass jemand mal krank ist, haben wir den neuen Bringdienst. Dann können Nachbarn eine Portion mitnehmen“, so Grulke. „Und wenn etwas übrig bleibt, haben wir dankbare Abnehmer auf dem Bauspielplatz Poßmoorweg.“ Initiiert wurde der Tischnachbar von Q8, einem Projekt zur Quartierentwicklung der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, gefördert durch die Nordmetall-Stiftung und Aktion Mensch. Für Menschen mit nachweislich geringem Einkommen oder Renten gibt es eine Ermäßigung. Ingrid Grulke ist eine von sechs Ehrenamtlichen, die sich um die Essensausgabe, das Kassieren und Aufräumen kümmern. „Wir wären dankbar für weitere Unterstützung“, so Grulke. „Ich habe das Gefühl, ich lebe in Winterhude im Paradies. Und der Tischnachbar ist ein Teil davon“, resümiert Gerhardt Höpker, als er sein Tablett zurückbringt. (flü)

Der Mittagstisch wird montags, mittwochs und freitags von 12 bis 14 Uhr angeboten im Gemeindehaus der Matthäuskirche, Bei der Matthäuskirche 6. Das
Essen inklusive Nachtisch kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Weitere Informationen bei Q8 Quartiere bewegen, 413 466 15, www.q-acht.net
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