Parkärger in der Willistraße

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Monika Landsky hat den Abstand zwischen ihrem Auto und der Fahrbahnmitte nachgemessen: 2,90 Meter, 10 Zentimeter zu nah. Behinderung des fließenden Verkehrs? Foto: Hanke

Anwohner beklagen sich über viele abgeschleppte Autos. Polizei verweist auf Unfallschwerpunkt

Winterhude Monika Landsky traute ihren Augen nicht. Ihr Auto war nicht mehr dort, wo sie ihn Tage zuvor abgestellt hatte. Gestohlen, war ihr erster Gedanke. Sie rief das zuständige Polizeikommissariat 33 am Wiesendamm an und erfuhr, dass ihr Auto abgeschleppt worden sei. Warum nur? Parken am Fahrbahnrand ist in der Willistraße doch nicht verboten. Die Begründung für ihre „Sünde“ erfuhr sie postwendend. Sie hatte den vorgeschriebenen Abstand zwischen Fahrbahnmitte und der Fahrerseite ihres Wagens nicht eingehalten. Der darf nämlich drei Meter nicht unterschreiten. Der Wagen von Monika Landsky stand aber nur 2,90 Meter von der Fahrbahnmitte entfernt. Dadurch wurde der fließende Verkehr behindert, so die Begründung der Polizei. Monika Landsky versteht die Welt nicht mehr. „Hier gibt es doch keinen fließenden Verkehr. Die Willistraße ist eine verkehrsberuhigte Wohnstraße“, entgegnet die Anwohnerin, die nicht die einzige aus dieser Straße ist, deren fahrbarer Untersatz im Auto-Knast in Rothenburgsort landete. „Hier wird in letzter Zeit sehr viel abgeschleppt“, weiß Saban Sari vom gegenüberliegenden Getränkemarkt zu berichten.

Einmündungsbereich ist Unfallschwerpunkt


Die Polizei klärt auf. „Der Einmündungsbereich der Willistraße in die Sierichstraße ist seit langem Unfallschwerpunkt, weil die Einmündung zugeparkt wird und Autofahrer, die aus der Willistraße kommen, keine Sicht in die Sierichstraße haben. Wir hatten in letzter Zeit vier Abbiegeunfälle, bei denen Radfahrer zu Schaden kamen“, berichtet Hartmut Herbst, zuständig für Verkehr am PK 33. Eine bauliche Lösung könnte helfen, die Einmündung übersichtlicher zu gestalten, doch dafür müssten Bäume gefällt und die Recyclingcontainer, die dort stehen, versetzt werden. Mit dem Fällen von Bäumen tut sich das zuständige Bezirksamt Hamburg-Nord schwer. Über eine Umplatzierung der Container wurde schon einmal ergebnislos debattiert. Deshalb wird die Polizei ihre peniblen Kontrollen dort fortsetzen und demnächst im Einmündungsbereich Sieichstraße Grenzmarkierungen am Fahrbahnrand der Willistraße auftragen.

Hinweisschilder fehlen


Auf diesen Flächen darf dann nicht mehr geparkt werden. Monika Landsky versteht allerdings nicht, warum in der Willistraße kein Schild auf den wechselnden Richtungsverkehr in der Sierichstraße hinweist. „Deshalb fahren viele Autos, die in die Sierichstraße abbiegen wollen, in die falsche Richtung“, erzählt die Anwohnerin. Hartmut Herbst verweist auf die Schilder in der Sierichstraße, die die unetrschiedlichen Richtungen anzeigen. Eines davon steht gegenüber der Einmündung Willistraße. Doch, ob das immer von den Autofahrern, die aus der Willistraße kommen, wahrgenommen wird? (ch)
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2 Kommentare
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Werner Schulz aus Dulsberg | 03.11.2015 | 20:46  
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Michael Kahnt aus Barmbek | 04.11.2015 | 12:07  
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