„Parkmoral“ wird nicht überwacht

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Wegen zugeparkter Straßen kann die Müllabfuhr den Müll nicht entsorgen.Foto: nk

Polizeihauptkommissar Michael Wilke beantwortet Fragen zum Müllproblem

Winterhude. Nachgehakt: Polizeihauptkommissar Michael Wilke, kommissarischer Leiter der Einsatzabteilung am Polizeikommissariat 33, äußert sich gegenüber dem WochenBlatt zum Thema Müllentsorgung in Winterhude.

WB: An welchen Straßen, Bereichen oder Gebieten tritt in Winterhude diese Problematik auf? 
Wilke: Grundsätzlich tritt sie überall dort auf, wo wir enge Wohnstraßen haben. Kleine Wohnstraßen sind erfahrungsgemäß im Parkraum eingeschränkt. Es wird meist alles gnadenlos zugeparkt und sich nicht an bestehende Vorschriften gehalten. Oftmals nur, weil die Anwohner keine längeren Fußwege nach Hause in Kauf nehmen wollen.

WB: Kommt es vor, dass sich die Fahrer von den Müllfahrzeugen an die Polizei wenden, um Fahrzeuge zu melden, die sie behindern?
Wilke: Ja, das kommt vor, ist allerdings nicht quantifizierbar. Wenn uns gemeldet wird, dass ein Müllfahrzeug nicht durch die Straßen kommt, weil diese zugeparkt sind, dann schicken wir einen Streifenwagen los oder auch eine Fußstreife. Allerdings geht es bei uns bei den Einsätzen nach Priorität und da hat ein Verkehrsunfall oder auch eine Vermisstensuche einen höheren Stellenwert als das Abschleppen von falsch parkenden Autos, die ein Müllfahrzeug behindern.
WB: In Winterhude parken viele Autos auf sehr engem Raum: Worauf sollten Autofahrer achten, wenn sie ihr Fahrzeug abstellen?
Wilke: Probleme entstehen dann, wenn Rettungskräfte bei Haus- oder Wohnungsbrand nicht zum Einsatzort oder auch nur verspätet dorthin gelangen können, weil die Straßen zugeparkt sind. Jeder sollte sein Fahrzeug ordnungsgemäß parken, das bedeutet, das Auto in vorgesehenen Parkbuchten oder auf den für das Parken freigegebenen Flächen abzustellen.

WB: Gibt es aus Sicht der Polizei eine Möglichkeit, diese Problematik mit der Müllentsorgung zu entschärfen?
Wilke: Es ist nicht Aufgabe der Polizei, den Verkehrsraum und die „Parkmoral“ in den betroffenen Straßen permanent zu überwachen und somit andauernd sicherzustellen, dass die Fahrzeuge der Müllabfuhr ohne Verzug ihre Einsatzorte ereichen. Wir gehen davon aus, dass uns die Fahrer der Müllfahrzeuge um Hilfe bitten. Dann werden wir auch aktiv. Bei entsprechender Einsatzlage kann dies schneller sein, manchmal müssen die Fahrer aber auch etwas Geduld aufbringen.
Interview: Nicole Kuchenbecker
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