Parkplatznot rund um Hamburger Stadtpark

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Bald fallen 120 Flächen am Wiesendamm weg. Bezirksamt lehnt Parkzonen für Anlieger ab

Hamburg-Winterhude. Pünktlich um 18 Uhr Feierabend gemacht, aber für einen Parkplatz ist es dennoch zu spät. Viele Anwohner rund um den Stadtpark kennen das Problem. So ist auch Stephan Robausch verzweifelt. Abends dreht er häufig drei Runden und muss doch weit entfernt von seiner Wohnung parken. Und die Situation wird sich weiter verschärfen, sobald im Bereich der südlichen Fahrbahn des Wiesendamms zwischen Goldbekufer und Saarlandstraße Radschutzstreifen eingerichtet werden, fürchtet nicht nur er. Dann gehen weitere knapp 120 Parkplätze verloren, weiß ein Mitarbeiter des Polizeikommissariats 33.
Schon viermal Thema
Eine Teillösung sieht Stephan Robausch in der Einrichtung von Längsparkplätzen auf dem Mittelstreifen des Wiesendamms. Doch da er als Ursache vor allem auch Fremdparker vermutet, die Stadtpark- oder Veranstaltungen in der Schule besuchen, fordert er die Einrichtung von Anwohnerparkzonen. Laut Pressesprecherin des Bezirksamtes Hamburg-Nord, Katja Glahn, ist dieses Thema allein im ersten Halbjahr dieses Jahres viermal intensiv auf lokalpolitischer Ebene behandelt worden. Die jüngste „Kleine Anfrage“ hatte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christoph Ploß (CDU) im Juli an die Bezirksamtsleitung gestellt. Aus der Antwort ergibt sich, dass das Bezirksamt die Einführung von Anwohnerparkzonen im Bezirk Hamburg-Nord nicht in Erwägung zieht. Grund seien die örtlichen Gegebenheiten, das Verhältnis zwischen vorhandenen Parkplätzen und der Anteil der Parkplätze für die Allgemeinheit sowie deren Lage im Wohngebiet. In den Gebieten, in denen bereits heute ein hoher Parkdruck durch die Fahrzeuge der Bewohner erzeugt werde, sei eine Umsetzung von Anwohnerparken nicht möglich. Auch das PK 33 spricht sich gegen Anwohnerparkzonen aus, da die Ausweisung solcher nicht bedeute, dass automatisch jeder Anwohner auch einen Parkplatz bekomme. „Es gibt einfach zu wenige Parkflächen und zu viele Autos“, heißt es. Zudem sei eine Überwachung solcher Zonen durch die Polizei personell nicht leistbar.
Allerdings gibt es bereits eine Sondereinheit des Landesbetriebes Verkehr (LBV), die nach einem Pilotprojekt im vergangenen Jahr bei der „Parkraumüberwachung“ zum Einsatz kommt. Diese besteht aus 16 bis 18 Mitarbeitern, die noch um weitere zehn bis 20 Kollegen ergänzt werden soll. Allerdings überprüfen sie, so LBV-Abteilungsleiters Uwe Thillmann, vorwiegend die Altstadt, Altona und Mitte. Nächstes Jahr sollen dann unter anderem St. Pauli, St. Georg und das Schanzenviertel folgen.
Was können Bürger tun? Die Hamburger können sich an die politischen Gremien in der Bezirksversammlung wenden (zum Beispiel an den Verkehrs-Ausschuss) und versuchen, mit ihrer Eingabe eine Befassung durch die Behörden anzuregen. (gm)
u Ansprechpartnerin ist
Frau Karimi, Kümmellstr. 7,
t 428 043 011 oder per
Mail an ausschussdienst@hamburg-nord.de
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