Paten helfen Flüchtlingen beim Ankommen

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Lisa van Houtem hat beim ersten Treffen von „New home Hamburg“ ihre Hilfe als „Zeitspenderin“ angeboten und zeigt jungen Geflüchteten die Stadt Foto: Freiwilligen Zentrum Hamburg

„New home Hamburg“ sucht Zeitspender in Hamburg. Männer besonders gefragt

Hamburg Wie finden sich Geflüchtete in Hamburg zurecht? Das frisch ins Leben gerufene Projekt „New home Hamburg“ vom Freiwilligen Zentrum Hamburg reicht Neuankömmlingen die Hand und bringt sie mit Menschen zusammen, die freiwillig Zeit aufbringen für einen Rundgang durch die Stadt und erste Orientierungshilfen geben. Menschen wie Lisa van Houtem. Die 33-Jährige war im Mai beim ersten Treffen dabei und machte sich in gemütlicher Runde bei Tee und Musik mit drei jungen Irakern bekannt. „Der erste Kontakt war total nett. Natürlich sind anfangs auf beiden Seiten Berührungsängste, aber ich habe sofort gemerkt, dass sie große Lust hatten, Hamburg zu erkunden. Also haben wir uns verabredet und sind erst mal die Elbe entlang gebummelt“, berichtet sie begeistert. Die Ankommens-Patenschaften werden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Zudem kooperiert das Freiwilligen Zentrum Hamburg mit dem Erzbistum Hamburg und dem Caritasverband Hamburg. Wer helfen will, sollte mindestens für drei Treffen bereit sein. Die Teilnehmer stammen größtenteils aus Erstaufnahme-Einrichtungen, wie der Unterbringung in der Münzstraße, und kommen aus dem Iran, Irak oder Syrien. „Der erste Kontakt ist für diese Menschen enorm wichtig, damit sie einen guten Start in unserer Stadt haben“, sagt Lisa van Houtem. „Wichtig ist auch, dass zu Beginn des Kennenlernens sensibel mit den Geflüchteten umgegangen wird. Das Thema Flucht sollte man nicht gleich am ersten Tag ansprechen“, erklärt Stefanie Liersch, die Projektleiterin der Ankommens-Patenschaften. Und was ist mit Sprachbarrieren? Die, so berichtet Van Houtem, durchbricht man am besten mit kleinen Tricks. „Anfangs lief bei uns viel über Gesten, wir verständigten uns quasi mit Händen und Füßen. Mittlerweile aber spreche ich sogar etwas Arabisch und die drei Jungs haben mir eine arabische Tastatur auf meinem Handy installiert. Es macht total viel Spaß.“ Durch ihr Engagement für „New home Hamburg“ hat die „Zeitspenderin“ innerhalb weniger Monate viel gelernt: Neues Wissen über andere Kulturen und kulinarische Traditionen beim gemeinsamen Kochabend. Und wie man in Hamburg günstig einen Teppich erwirbt für eine Wohnung, in der die Neuankömmlinge mittlerweile wohnen. „Umgekehrt sitzen wir viel in Parks und ich bringe ihnen Deutsch bei. Oder wir besuchen Straßenfeste“, sagt die 33-Jährige. Außerdem hilft sie beim Ausfüllen von Anträgen und hat die Iraker auch schon ihren Freunden vorgestellt. Aus anfänglich drei geplanten Treffen ist längst eine Freundschaft entstanden. Doch es gibt noch viel zu tun, wie Liersch erklärt: „Das Interesse an unserem Projekt ist gut. Allerdings kommen überwiegend Frauen zu uns. Aber wir wünschen uns mehr Männer, die männliche Flüchtlinge beim Ankommen in Hamburg unterstützen.“ (sos)

Weitere Infos: zeitspender@asb-hamburg.de, New Home Hamburg, Telefon 248 77 367
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