"Pfundweise" Glückwünsche zum 100. Geburtstag

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Lebenslustig, humorvoll, zierlich und charmant: Marianne Clemens lebt seit 1938 in Eppendorf. Foto: Haas

Marianne Clemens erhielt persönliches Gratulationsschreiben von Helmut Schmidt

Bezirk. „Ganz schön alt.“ dachte sie sich immer, wenn sie hörte, dass jemand aus ihrem Bekanntenkreis 80 wurde. Aber wegen der Vorbereitungen zu ihrem großen Fest erinnerte ihre Familie – zu ihr zählen vier Söhne, acht Enkel und fünf Urenkel – immer wieder daran, dass sie selbst sogar „steinalt“ würde. Am vergangenen Freitag feierte Marianne Clemens ihren 100. Geburtstag. Unter den zahlreichen Gratulanten beim Empfang in ihrer Wohnung war auch Bezirksamtsleiter Harald Rösler. Bei einer angeregten Unterhaltung mit der Jubilarin vergaß Rösler seine Termine – und blieb über zwei Stunden.
Am Sonnabend folgte die Feier im engsten Familienkreis mit 45 Verwandten in einem nahen Hotel. „So konnte sich die Familie auch mal wieder treffen, denn viele leben quer durch Deutschland verstreut“, freute sich Marianne Clemens, die ihre Lieben mit einer launigen Rede überraschte.
Eigentlich nur für ihre Kinder hatte sie schon vor Jahren drei allgemein lesenswerte Bücher verfasst: über die „unruhigen Zeiten“ etwa, so ein Titel, in dem sie die selbst erlebte Geschichte über zwei Weltkriege rekapituliert, auch ihr bewegtes Leben an der Seite ihres Mannes Walter Clemens, der 1974 starb, zuletzt Landgerichtspräsident in Hamburg.
Mit ihm war die gebürtige Leipzigerin vor 74 Jahren eingezogen in die Vierzimmer-Wohnung am Rande des UKE, wo sie bis heute selbstständig leben kann.
In den kommenden Wochen hat die Hundertjährige viel zu tun: Denn sie bekam Glückwunschbriefe „gleich pfundweise“, darunter auch ein persönliches Schreiben von Altkanzler Helmut Schmidt. Und sie hat sich vorgenommen, jeden einzelnen zu beantworten. „Damit bin ich bestimmt Wochen beschäftigt. Aber eine persönliche Antwort ist für mich selbstverständlich.“ sagt Marianne Clemens.So selbstverständlich, wie sie bis zum vergangenen Sommer im SC Victoria einmal wöchentlich Tennis spielte.
Bis sie sich „bei einem eigentlich recht harmlosen Sturz“ einen Oberschenkel brach. Doch der Bruch sei nach einer Operation schnell verheilt, inzwischen kann sie sich wieder gut fortbewegen. „Nur draußen bin ich vorsichtig und benutze noch einen Gehwagen oder einen Stock.“
Als aktives Mitglied im Deutsch-amerikanischen Frauenclub (DAFC), dem sie seit 1957 angehört, ließ sie es sich kürzlich dennoch nicht nehmen, auch beim diesjährigen Charity Bazaar im Grand Elysée mitzuwirken. Und der Literaturkreis, der sich regelmäßig im Stavenhagenhaus in Groß Borstel trifft, kann weiterhin auf ihre aktive Mitarbeit zählen. (wh)
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