Plastikmüll, Hunde und unaufmerksame Menschen gefährden Vögel

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Der Plastikring im Schnabel saß fest am Hinterkopf des Erpels. So wäre das Stockenten-Männchen kläglich verhungert Foto: Hinrichs/wb

Gänseschützer Simon Hinrichs rettet Erpel im Eichtalpark

Harvestehude Wasservögel in der Großstadt sind die Nähe von Menschen gewöhnt. Doch die kann ihnen mitunter zum Verhängnis werden. Einen Fall beobachtete der ehrenamtliche Gänseschützer Simon Hinrichs in der vergangenen Woche ganz nebenbei, als er unterwegs war zu Beobachtungen von Graugänsen an der Alster. „Völlig entkräftet saß der Erpel am Weg durch den Eichtalpark“, berichtet Hinrichs. Der Grund: Die männliche Stockente hatte sich den Plastikring einer Wasserflasche so unglücklich durch den Schnapel gezogen, dass seine Befreiungsversuche vergeblich waren. Denn der mit Widerhaken versehene Ring zog sich dabei fest über den Hinterkopf. „So wäre der Erpel bald verhungert“, sagte Simon, der das Tier beherzt ergriff, den Plastikring durchtrennte und es so retten konnte. Achtlos „entsorgter“ Plastikmüll oder einfach abgeschnittene Angelschnüre im Wasser und an Uferbereichen der Alster werden oft zur Gefahr. Seit Jahrzehnten beobachtet Schwanenvater Olaf Nieß verletzte Vögel: Verheddert etwa in reißfesten Angelschnüren, sterben ihre Gliedmaßen ab, und meist enden solche Unfälle tödlich. Simon Hinrichs und seine Mitstreiter freuten sich, dass sie den Erpel retten und den Schwanenvater in diesem Fall entlasten konnten. Danach widmeten sie sich wieder ganz „ihren“ Schützlingen: Denn die Graugänse aus der Umgegend kommen nur zu gerne an die Alster zum Äsen, ihre Lieblingsspeise ist das saftige Gras. Dabei lassen sie sich gut beobachten und sogar identifizieren. Anhand von Ringnummern der Tiere können die Gänsefreunde die Bewegungen der Tiere genau verfolgen und dokumentieren. Fast ausgerottet, erholte sich der Bestand von Graugänsen nach Wiederansiedlungen erst in den 1960er Jahren allmählich. Mit ihrem Nachwuchs kommen die Graugänse demnächst ins Alstervorland. Doch sie sind weiter gefährdet. So werden etwa Brutversuche im Stadtpark in den letzten Jahren regelmäßig behindert durch freilaufende Hunde. In der vergangenen Woche fand Hinrichs eine tote Gans: brütend wurde sie auf dem Nest gerissen. (wh)

Weitere Infos: www.gans-hamburg.info
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