Post-Pyramide wird im Frühjahr abgerissen

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Ursprünglich ein markanter „Solitär“ in der City Nord: Die alte Oberpostdirektion, 1974-1977 in Pyramidenform erbaut Foto: Haas/wb

Bezirksamtsleiter Rösler zum Wochenblatt: Abbruch ist unausweichlich

Winterhude/City Nord Die sogenannte Post-Pyramide in der City Nord soll im Frühjahr 2016 abgerissen werden. Das hat Bezirksamtsleiter Harald Rösler jetzt auf Wochenblatt-Anfrage bestätigt. Der ehemalige architektonische „Solitär“ ist marode – und auch nicht als Flüchtlingsunterkunft tauglich.
In den 1970igern ein Vorzeigeobjekt, heute mit seiner ausgeblichenen Fassade ziemlich unansehnlich. Noch immer ist die Post hier aktiv, allerdings „auf kleiner Flamme“. Peter Stempin, 58, ist an der Pforte der ehemaligen Oberpostdirektion tätig. Freundlich begrüßt der sportliche Mann die wenigen Postangestellten, die hier noch zur Arbeit kommen.
Kürzlich war er in seinem Zweitberuf als Linienrichter im Center Court am Rothenbaum. Doch wie es weitergeht mit seinem Job hier an der Pforte, weiß er nicht. Ein Architekturbüro gibt es noch in einem Gebäudetrakt. Ein Unternehmen nutzt die Garage im Erdgeschoss: Es bietet Stellplätze für Autofahrer, die oft von weither kommen, um dann vom Flughafen aus in Urlaub zu fliegen. Nur noch ein Viertel der Gebäudefläche wird genutzt.

Interessengemeinschaft für Neuentwicklung


Zum Jahresende laufen die Mietverträge der dort noch tätigen Abteilungen der Deutschen Post aus. So lautet die knappe Mitteilung von Martin Grundler, Sprecher der Deutsche Post DHL Group. Früher waren hier 1.460 - Post-Mitarbeiter tätig, jetzt sind es nur noch 150. Schon 2005 verkaufte die Post ihre gelb getünchte „Pyramide“ am Überseering 30. Inzwischen wechselte sie öfter den Besitzer. Seitdem nimmt ein Drama um das imposante Gebäude seinen Lauf. Große Pläne eines in London ansässigen Investors verliefen im Sande. Schon einmal, im August 2011, gab es eine Zwangsräumung: Das Gebäude wurde von der Stadt gesperrt, weil der Brandschutz in dem 1977 erstellten Gebäude nicht mehr gewährleistet war.
Die Post-Pyramide stehe nicht unter Denkmalschutz, wohl aber gehöre sie zum denkmalgeschützten Ensemble der City Nord, heißt es aus dem Denkmalschutzamt. Experten aus der Immobilienbranche, die in der City Nord tausende Quadratmeter Büroraum vermitteln könnten, winken ab. Hier sei schon seit Jahren jede Mühe vergeblich. Auch die Grundeigentümer-Interessengemeinschaft City Nord (GIG) würde eine Neuentwicklung auf dem Areal begrüße, erklärt Sprecherin Sylvia Soggia.
Angesichts des aktuellen Flüchtlingszustroms gab es auch schon die Idee, das Gebäude als Unterkunft zu nutzen. Eine Petition dazu – kürzlich gestartet auf www.change.org – verschwand jedoch schnell wieder aus dem Netz. Denn nach Rückfrage beim Bezirksamt Nord erfuhren die Initiatoren, dass die Nutzung des Gebäudekomplexes eben deswegen auslaufe, weil es den aktuellen Sicherheits- und Brandschutzregeln nicht entspreche, so Bezirkssprecherin Katja Glahn. Bezirkschef Harald Rösler ergänzt: In Gesprächen mit dem Eigentümer sei deutlich geworden, dass die Postpyramide keine Zukunft habe. Sie lasse sich auch nicht mehr für menschenwürdige Unterkunftszwecke „ertüchtigen“, wegen des finanziellen Aufwands. Rösler: „Ich gehe davon aus, dass im Frühjahr 2016 der Abbruch unausweichlich ist.“ (wh)
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