Preis für „Martinis“

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Martini-ErLeben im Einsatz. Dabei: die Vorstandsmitglieder Sabine Burke (l.), Heidemarie Lange (Mitte) und Klaus Kolb (r.) Foto: MartiniEr-Leben/wb
 
Gibt es auch bei MartiniErleben: Gemeinsames Singen von Jung und Alt Foto: MartiniErLeben/wb

Übergabe bei Bürgervereinsfest am 3. Mai auf Marie-Jonas-Platz

Eppendorf Am Sonntag, 3. Mai, erhält der Verein MartiniErLeben den Bürgerpreis des Eppendorfer Bürgervereins – im Rahmen eines Festes zum 140-jährigen Bestehen des Bürgervereins auf dem Marie-Jonas-Platz (ab 12 Uhr). „Das Votum war einstimmig. MartiniErLeben zeigt in hervorragender Weise, wie Zusammenleben im Stadtteil funktionieren sollte“, lobt Thomas Domres, der erste Vorsitzende des Eppendorfer Bürgervereins.
MartiniErLeben – hinter diesem lebensbejahenden Namen verbirgt sich eine Quartiersinitiative mit vielen thematischen Mitmach-Schwerpunkten, die der Hamburger Senat bereits als Vorzeigeprojekt hervorgehoben hat. „Generationen gemeinsam in Eppendorf“ – unter diesem Motto war MartiniErLeben 2006 noch unter anderem Namen (Runder Tisch Martinistraße) angetreten, um einem neuen Bebauungsplan für das „Sozialquartier“ rund um die Martinistraße zwischen Fricke- und Tarpenbekstraße eine zum Viertel passende gemeinschaftliche Richtung zu geben.


Von Initiative zum Verein


Altenstifte, die Sozialstation, die Kirchengemeinde St. Martinus, eine Kita und das Krankenhaus Bethanien bestimmten damals das Viertel. Der Umzug des Krankenhauses nach Eimsbüttel und die Planung einer neuen Nutzung für das Gebäude führten zur Gründung einer Initiative der hier ansässigen Einrichtungen, die mit dem Gedanken „Generationen gemeinsam“ erfolgreich Einfluss
auf den Bebauungsplan nahmen. Das frühere Krankenhaus Bethanien wird jetzt zum Sozial-und Kulturprojekt Martini 44 umgebaut. MartiniErLeben entwickelte sich gleichzeitig von der Intitiative für den Umbau des Krankenhauses zu einem Verein (seit 2011) mit verschiedenen Projekten und Treffpunkten in Orten an der Martinistraße. So ist das NachbarNetzCafé in der Begegnungsstätte Martinistraße 33 angesiedelt. Hier können sich Menschen untereinander austauschen, ihre Fähigkeiten im Tausch oder gemeinsam mit anderen anbieten, woraus sich neue Initiativen und gemeinsames Arbeiten ergeben. Die Angebote können auch über die Internetseite von MartiniErLeben abgegeben werden. Da wird nach Sportpartnern oder gemeinsamen Besuchen von kulturellen Veranstaltungen gefragt. Handwerkliche Dienste oder Gassi-Gehen werden angeboten. An jedem Termin des NachbarNetzCafés referiert ein Gast über ein bestimmtes Thema.

Workshop-Angebote


Der Workshop Eppendorfer Masche, „gemeinsam Stricken, Häkeln, Nähen, Handarbeiten lernen“ trifft sich im gegenüberliegenden Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a, wo auch das etwa viermal im Jahr stattfindende Repair-Café veranstaltet wird, bei dem Menschen, die wissen, wie man Altes repariert, denen Tipps und Anleitungen geben, die dies’ nicht oder nicht mehr wissen. Reparaturbedürftiges darf mitgebracht werden.
Jung und Alt treffen sich zum gemeinsamen Singen und in der Arbeitsgruppe Barrierefrei haben sich Eppendorferinnen und Eppendorfer zusammengefunden, die das Viertel von lästigen Hindernissen und Verengungen im öffentlichen Raum befreien wollen und schon einige Erfolge vorweisen können. So konnte mit Hilfe des Bezirksamtes Hamburg-Nord an der Ecke Fricke- und Schedestraße ein Platz mit zwei Bänken angelegt werden. In der Schedestraße wurde das Pflaster von Einfahrten so umgestaltet, dass Rollstühle und Kinderwagen es bequem überfahren können. „Das sind gute Beispiele dafür, wie man auf Augenhöhe miteinander kooperiert“, bewertet Klaus Kolb, einer der sechs Vorstandsmitglieder von MartiniErLeben dieses Zusammenarbeiten mit dem Bezirksamt. Jedes Jahr veranstaltet MartiniErLeben außerdem eine Ideen- und Planungswerkstatt für das Viertel.
Eigene Initiativen sind gefragt bei MartiniErLeben. „Hier wird nichts einfach nur geboten. Wir wollen Inhalte liefern und die Menschen anregen, aktiv zu werden, sich thematisch einzubringen“, fasst die erste Vorsitzende Sabine Burke zusammen.
Die Veranstaltungen und Arbeitsgruppen besuchen die 61 Mitglieder des Vereins, aber auch sehr viele Nichtmitglieder, überwiegend ältere Menschen. Rund 300 bis 400 Menschen erreicht MartiniErLeben mit seinen Angeboten im Monat.
Einmal im Monat trifft sich der Arbeitskreis MartiniErLeben, der aus dem Vorstand und Mitgliedern jeder Arbeitsgruppe besteht. Er trifft Entscheidungen für die weitere Arbeit, ist das „Herzstück des Vereins“, so Klaus Kolb, der befriedigt erklärt: „Wir sind im Stadtteil verankert.“
Nur die Jüngeren erreicht MartiniErLeben noch nicht. Eine Disko für ältere Kinder schlug fehl. Das Hauptthema bleibt die Gründungsfrage: „Wie kann sich die ältere Generation aufstellen, dass sie besser leben kann?“ Trotzdem sucht Klaus Kolb fieberhaft nach der „Schnittstelle für Jüngere“. (ch)

MartiniErLeben ist dienstags und donnerstags von 10 bis 13 Uhr unter 46 77 93 25 oder unter info@martinierleben.de zu erreichen.

Bürgerverein feiert Jubiläum
Vor 140 Jahren wurde der Eppendorfer Bürgerverein (EBV) gegründet. Grund genug, mitten in Eppendorf zu feiern. Am Sonntag, 3. Mai, begeht der EBV auf dem Marie-Jonas-Platz, im Herzen des Stadtteils, ab 12 Uhr sein 140. Jubiläum mit Musik, Bier, Würstchen, Kaffee und Kuchen sowie einer Hüpfburg für die kleinen Gäste.
Der 1875 gegründete Eppendorfer Verein, seit 1893 Eppendorfer Bürgerverein, setzte sich in seinen ersten Jahren für die Verbesserung von Kultur und Bildung sowie die stadtplanerische Entwicklung in dem damaligen Vorort von Hamburg ein, und stellte einen Bürgerschaftsabgeordneten. Er brachte Mitteilungsblätter heraus, die über den Stadtteil berichten. Seit 1956 „Der Eppendorfer“. In den bezirklichen Gremien setzt sich der EBV unverändert für die Belange Eppendorfs ein.
Die Mitglieder treffen sich beim monatlichen Stammtisch sowie bei Ausfahrten, Reisen und Besichtigungen und anderen gemeinsamen Aktivitäten wie Wandern, Bowling oder Grillabende. Der EBV ist in seiner Geschäftsstelle, Schedestraße 2, unter 46 96 11 06 erreichbar. (ch)
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